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Freitag, 27. Juni 2008
Unverhofft kommt oft...
Von Birtes Viechblog, 08:25

Dies wird ein kurzer Bericht....
Gestern abend hatte ich nach dreiwöchiger Pause endlich wieder einen Termin zur Reitstunde. Als ich auf die Autobahn auffuhr stand ich schon im dicken Stau und meldete vermutliche Zeitverzögerung. Telefon

Ich hatte richtig Lust auf harte Arbeit (wie selten! Augenzwinkern ) und fest vor, welchen Reitlehrer auch immer, darum zu bitten, vor dem Hintergrund meiner spontanen "Turnierplanung" auch Aufgaben reiten zu dürfen. Motivationsgrad 100 % großes Grinsen

Aber wie das im Leben so ist, kommt es eben immer anders als man denkt.

Ich komme (dann doch nur mit leichter zeitlicher Verzögerung) in die Reithalle gelaufen, da schallt es mir auch schon vom Juniorchef entgegen: "Birte! Wir beide reiten heute aus!" Höh? geschockt Du und ich? Heute abend? Nur wir zwei?

Jo, alle anderen Reitschüler hatten wegen Sommerferieneinstiegsparty und Fußball (wahlweise) abgesagt.

Engelchen und Teufelchen bekriegen sich rechts und links auf meiner Schulter um die Wette: "Ne, Du sagst dem jetzt, dass Du zum Arbeiten gekommen bist!" und "Auuuusreiten! Traumhaft! Bei dem Wetter! Mach das blos!" Teufelchen gewinnt. großes Grinsen

Ich übernehme eine Stute, die ich bisher noch nicht geritten bin und fummel mich schon einmal etwas ein. Normalerweise müssen die Schulpferde nicht direkt zwei Stunden nacheinander laufen, aber zum Rausreiten mache ich mir da keine Sorgen. Engel

Ehrenfreude, so ihr klangvoller Name, sagt mir schon beim langsamen Kreiseln in der Halle (während der Reitlehrer sein Pferd sattelt), dass sie alleine sein richtig doof findet. Da muss sie jetzt durch. Rauchen

"Warst Du schon einmal ausreiten?" fragt der Reitlehrer mich. Lachen "Naja, so zwei, drei Mal..." (... in der Woche! In den letzten vier Jahren bis Februar... Augenzwinkern )

Ehrenfreude klebt. Woah! Klebt das Pferd! Ich krieg sie nur zwei Mal mit Einsatz sämtlicher Überredungskünste dazu, neben dem Pferd des Reitlehrers zu laufen. "Muuuutige Stute, braaaav" Und dann wieder: "Bitte, reite nicht so dicht auf!" "Ja, was denkst Du denn, was ich hier versuche?!"

Und dann reiten wir durch ein wirklich traumhaftes Gelände. Das Wetter ist toll, es sind kaum Bremsen da, man hat einen fantastischen Blick, die Wege sind super zum Traben und Galoppieren. Man, hab ich einen Spaß. großes Grinsen

Und ich bin in Redelaune. Mein armer, armer Reitlehrer. Dem müssen echt die Ohren geglüht haben.

Ich erzähle ihm von meinen "Turnierplänen" und frage ihn, was er davon hält (Viel! Und nein: ich würde mich nicht blamieren! Dance ). Dann reden wir über meine Abzeichenidee und meine Angst vorm Springen. Er ist sich sicher, dass wir das auch in den Griff bekommen werden. Dressurmäßig sei ich jetzt schon so weit. Springen Ein Bisschen erzähle ich über dieses Forum und von unseren Reiterspielen am Wochenende am Heimatstall, über Luftballons zerbeißende Mondrians (da dreht er sich um und macht geschockt und fragt "Wie bringt man nem Pferd denn sowas bei? Lachen ). Es ist einfach nur ein schöner, friedlicher Abend. Und um aufs Reiterliche zurück zu kommen: beim Galoppieren merke ich ganz schön, dass sich Reken doch bezahlt gemacht hat. Ich hatte nie das gefühl, wirkliche Schwierigkeiten draußen zu haben, aber das war gestern dann ein ganz deutlicher Unterschied: ich hab mich total ausbalanciert gefühlt. Auch als das Stütchen mal einen Schritt zur Seite machte. Das hat mir ein echtes Sicherheitsgefühl gegeben! Und im Herbst darf ich dann da an der "kleinen" Jagd teilnehmen. Schaf

So, das war es auch schon. Ich hoffe, es nächste Woche noch einmal zu schaffen, zum Unterricht zu fahren. Arbeits- und Urlaubsbedingt hat "Fidelma lernt reiten" ansonsten bis August Sendepause. Aber Ihr könnt ja in Grünberg gucken, was ich meine, wenn ich schreibe. großes Grinsen

Liebe Grüße

Fidelma

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Donnerstag, 26. Juni 2008
Geschäftsidee
Von Birtes Viechblog, 08:55

oder: Grünberg und seine Folgen

Wie vielleicht der eine oder andere geneigte Leser oder Leserin mitbekommen hat, habe ich - nach Andreas und vor allem Sandalins Intervention (ich darf nämlich Hjerkinn reiten Kiss ) - beschlossen, in Grünberg etwas zu nennen. Logistische wie organisatorische Dinge waren problemlos und schnell geklärt. Alles gar kein Ding. Schwierig wurde es dann gestern als es an die Frage ging: "Was zieh ich denn an?" geschockt

In mein Reitsakko bin ich immer noch nicht hineingeschrumpft und werde das wohl auch in sechs Wochen nicht sein (auch nicht mit Atkins und co). Gut, dann leih ich mir eben eins... Sollte ja nicht so schwierig sein. Denkt man.

Nun habe ich mir auf der EOA ein paar neue Chaps (schöne, mit Dressurbogen, sogar LPO-tauglich!) gekauft - in braun... Und weil das natürlich schöner aussieht gleich am nächsten Tag in meinem kleinen Lieblingsreitsportladen um die Ecke (gehört einer Freundin) ein paar braune Stiefelletten dazu. Die alten schwarzen sind zwar noch vorhanden, aber deutlich... puhh... abgenutzt. Und hier beginnt nun das Problem...

Braun befußt, weiß behost und schwarze Oberbekleidung? Nääää....
Frau ist ja Ästhetin.

Brauche ich ein braunes Sakko, brauche ich auch einen braunen Helm. Oder ich leih ein Sakko (geliehen gibt es die nur in schwarz) und besorge mir ein schwarzes Fuß- und Beinkleid? Was mag wohl billiger sein?

Diese Frage hatte ich bereits mit meiner Reitsportladenfreundin bekrakelt, ohne dass wir auf ein nennenswertes Ergebnis gekommen wären (wie auch immer: sie hätte mir alles eh nur bestellen können, vorrätig hatte sie nix für mich). Also machte ich mich gestern nachmittag auf ins andere Reitsportgeschäft der Stadt, wo ich schon seit ich "Pferd" sagen konnte, Dinge für meinen reiterlichen Bedarf erstand.

Nun habe ich, wie einige es ja schon bemerkt haben werden, ein tendenziell barockes Figürchen. Rubens hätte seine Freude und Wonne an mir gehabt. Auch meine Waden machen jedem Fußballer Konkurrenz. Konfektionsgröße 46. Das ist halt so, man muss es sich nicht schön reden. Ich stehe zu jedem Pfund (auch wenn ich manchem keine Träne nachweinen würde).

Nun trug ich mein Anliegen und meinen inneren Konflikt im Reitsportgeschäft vor. Man riet mir, ohne auf die Stiefelfrage einzugehen, sofort zum Sakko. Ein braunes von Pikeur ward aus der Unmenge selbiger gezückt und mit einem sehr (!) abschätzigen Blick wurde ich gefragt: 46? (sie hat nicht gesagt: "Naja..." aber sie hat es gedacht und ich habe es gesehen!) Ich solle mal anprobieren, wobei mir schon des Teils angesichtig klar war: da passe ich im Leben nicht rein! War dann auch so: zugekriegt habe ich es: aber ich sah aus wie eine Presswurst. Das geht so nicht! Außerdem war es so schrecklich kurz! Ich bekomme einen seeehr missbilligenden Blick und mir wird gesagt, man könne es mir eine Nummer größer bestellen, dann müsste ich jedoch einen Übergrößenzusschlag zahlen. Ich frag, wie hoch der denn sei und mache bei der Antwort. Ich frage nach braunen Reithelmen, aber da hat man nur den von Kavalkade oder sehr ähnlich geschnittene, die ich optisch wunderschön finde, die aber mehr auf meinem Dickkopf tronen, denn sitzen. Damit seh ich aus wie Calimero. Ich frage nach den Leihgebühren für ein Sakko (10 Euro) und fahre von dannen. Ich bin sauer. Ich kann ja gut damit leben, dass ich nicht Normalmaß bin und auch damit, wenn Menschen mir das sagen. Aber es kommt eben auf das berühmte "Wie" an.

Ich fahre in das Geschäft meiner Freundin und beklage mich bitterlich, ob der Art meiner Behandlung bei der Konkurrenz. Sie - Konfektionsgröße 36 - zeigt mir ihre eigene neue Errungenschaft: ein Pikeur-Sakko, Größe 40 - und bei dem bekommt sie die Knöpfe grad mal so zu. Und wehe, irgendwer hier sagt mir jetzt, die Größen bei Cavallo und Pikeur entsprechen deutscher Standardkonfektion. Den hau ich!

Wir überlegen weiter und wälzen Kataloge und der Entschluss fiel, doch noch einmal eben nach Loesdau zu fahren. Dass das auch dort mit nem Sakko nix wird, war mir klar, aber ich dachte, ich versuche es mal mit Stiefelschäften und Stiefelletten.

Bei Loesdau ist man extrem nett und bemüht. Respekt Nur: auch an meiner Wade will nichts passen. Entweder die Weite stimmt, aber dann ist alles so lang, dass ich die Knie nicht mehr beugen kann oder aber an meiner Fessel so weit, dass es aussieht, als trage ich Pumphosen, statt Stiefelschächten oder Chaps. Das einzige was passt, ist der extrem teure Cavallo-Lederstiefel. Wenn ich den kaufe, können mein Mann und ich aber nicht mehr in Urlaub fahren. Da setze ich dann doch lieber Prioritäten.

Auf dem Heimweg frage ich mich, ob ich nun gefrustet, traurig, ab sofort hungernd oder kreativ sein soll...

Ich entscheide mich für Letzteres. Die Idee ist geboren: Man sollte ein Geschäft (mit Internetshop, klar!) für die mollige Freizeitreiterin eröffnen!
Ich habe ja einen schönen Beruf, aber wenn sich wer berufen fühlt, ich stehe gern als Modell zur Verfügung! Augenbrauen

Im Übrigen bringe ich meine alten Stiefelletten heute zum Schuster, lasse da mal neue Absätze drunter machen und sie wieder ordentlich schwarz einfärben, wiener die alten festen Chaps (nicht LPO-tauglich, aber das macht ja nix, weil ich ja nur nach WBO starte) auf Hochglanz und leih mir ein Sakko bei meiner Freundin. Fertig ist die Wurst. Ende.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und reiche allen Leidensgenossinnen einen Schokoriegel. großes Grinsen

Winken

Die Fidelma

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Montag, 16. Juni 2008
Exkurs: Fidelma lernt Fahren
Von Birtes Viechblog, 12:17

"Aua...", sag ich leise heute morgen, wärend der beste Mann von allen mich entgeistert ansieht und fragt "Was? Aua?" "Oberschenkel, bisschen Muskelkater..." murmel ich. "Du hast vom STEHEN Muskelkater?" Lachen lacht er... Das ist aber nicht nett, finde ich, ernte aber dann gleich liebevolle Blicke, die doch Verstehen signalisieren...

Komme ich aber zum Beginn der Geschichte. großes Grinsen

Unverhofft kommt oft... So sagt man doch so schön. Und gegen jegliche Planungen mein Wochenende betreffend warf eine kurze Unterredung im Chat des Fordpferdeforums am späten Samstagabend alles durcheinander. Ich bin ja bekanntlich für nahezu jeden Mist zu haben und schäme mich auch seltenst, mich vor einer größeren Menge Menschen zum Affen zu machen. Narr Sinngemäß verlief das virtuelle Gespräch so:

Fidelma (FM) zu den im Chatroom anwesenden Mitgliedern des Fjordpferde-Showteams (FST - bekannt z.B. durch die Equitana...): "Ihr tretet morgen wieder auf?"
FST: "Kommste?"
FM: "Hmmm..." ("Weiß noch nicht" signalisierend...)
FST: "Wann weißte das denn?"
FM: "Hmmm..."
Andrea: "Mir fehlt noch ein Beifahrer..."
FM: "Was muss ich denn da machen?"
FST: "Nett lächeln, knuddelig gucken und festhalten..." Lachen

Und so war sie geboren, die Idee... Fidelma wird Beifahrerin! Uhrzeit wurde abgesprochen, Kleiderordnung kurz gecheckt und ab ins Bett.

Am Sonntag wache ich recht früh auf und denke "Jeans? Hatten die bei der Equitana-Open-Air in Neuss nicht alle weiße Reithosen an? Das könnte ich doch auch... Mal gucken, ob die noch passt..." Ein kleines Bisschen aufgeregt bin ich doch, habe ich doch noch nie hinten auf einer Kutsche gestanden...

Der Fidelmamann kommt von der Nachtschicht heim und erblickt seine Frau in Schlafanzugoberteil, weißer Reithose und Stiefelsocken. Ein ganz tiefes Seufzen entfährt seinem Kopf und er fragt: "Was hast Du denn jetzt schon wieder vor?" Ich erzähle ihm begeistert von dem Plan, während er vor seinem inneren Auge Sandras nicht unspektakulär aussehende Aufgabe bei der Equitana vorbei ziehen sieht (ist ja sonst ihr Ding!). "Und das traust Du Dich?" "Klar!" großes Grinsen

Für die Nichtreitende und Nichtfahrende Leserschaft: bei Sportkutschen (muss?) steht  jemand zum Gewichts- und Balanceausgleich hinten drauf. Das sieht dann ungefähr so aus:

(Bild verlinkt von www.haflinger-online.de)

Ein kurzes Telefonat mit Andrea ließ mich dann aber doch wieder in meine Jeans hupfen.

Ich mache mich auf den Weg nach Bergisch Gladbach und wir treffen uns zur verabredeten Zeit auf Gut Beningsfeld zur Pferde- und Ponyshow. Leider ergaben widrigste Umstände, dass nur ein kleiner Teil des Showteams auch tatsächlich an der Veranstaltung teilnehmen konnte - quasi FST light. Ich konnte aber einen guten Eindruck davon bekommen, wie viel Spaß das in dieser Gruppe macht. Respekt

Die Ponies wurden fertig gemacht, ich putzte Fuzz (die mein Herz im Sturm eroberte) und Andrea gab mir einen kleinen Einblick in die Weihen des Anschirrens. Und dann ging es auch schon los. Da ich außer meinem Reithelm keine weitere Kopfbedeckung dabei habe, trage ich halt den.
"Beifahrern juckt es immer an der Nase, lass aber blos nicht los!" und "Stell Dich locker und leicht etwas in die Knie und lehn Dich in den Kurven leicht nach innen!" mit diesen Anweisungen bestückt stand ich also hinten auf "dem Bock". Es rumpelte ein Bisschen als Fuzz anzog, fühlte sich aber dann doch eher unspektakulär an. Antraben fand ich auch ok. Dann ging es in "die Arena"... Dance

Bei der Einfahrt erblicke ich die liebe Birgitt und rufe ihr zu, ob sie einen Fotoapparat dabei habe. Birgitt macht geschockt solche Augen, dann verwirrt so ein Gesicht und schließlich Rollen als sie erkennt, dass ihre Augen sie nicht trügen. Eine Knipse hat sie leider nicht dabei. Andrea lässt Fuzz angaloppieren und ich finde das alles ganz großartig. "Cool!" entfleucht es meinem Mund! Ich habe einen Heidenspaß. Das ist ein Bisschen wie Skifahren, finde ich. Das hat ja einen richtigen Suchtfaktor! Von den Menschen, die uns zusehen bekomme ich wenig mit. Eigentlich nehme ich außer uns Dreien (also Fuzz, Andrea und mir) insgesamt wenig wahr. Ich hab einfach nur Spaß! großes Grinsen Schlangenlinien, Kurven, Tempo... Klasse! Rauchen Eine Pylone nehmen wir mit. "Fehler!" ruft Andrea, aber wir stehen ja vor keinem Gericht.
Und dann ist der Auftritt auch schon wieder vorbei. Schaaade... Ich hätte noch ewig so weiter machen können.

Zurück auf der Wiese beordert Andrea mich zu sich nach vorn. Sie erklärt, beim Fahren sei es so "Entweder man liebt es, oder..." Mir ist sofort klar, dass ich ab sofort zur "Ich liebe es-Fraktion" gehören werde. Mir werden die Leinen übergeben, deren Haltung genauso wie Lenkung, Bedeutung von Hilfen mit der Peitsche (Ersatz von Schenkel und Biegen des Pferdes - um Letzteres zu verstehen bin ich aber zu aufgeregt - sorry) und Treiben erklärt. Fuzz ist ein tolles Pony. Sie macht ganz fein mit. Ich darf sie sogar antraben. Und am Ende üben wir auch noch ein Kurzkehrt. Andrea meint, ich sei ein Naturtalent.

Für mich steht fest: das will ich aber mal richtig lernen. Ich weiß noch nicht wann, aber das "dass" steht fest. Inke, ich komme! Augenbrauen

Wir verbringen noch einen sehr netten und lustigen Teil des Tages miteinander. Dankeschön, dass ich so einen netten "Gastauftritt" beim FST haben durfte! Kiss

Der einzige Wehrmutstropfen lag am Ende des Tages darin, dass ich drei geschlagene Stunden für den Heimweg gebraucht habe. Das war dann dadurch doch sehr anstrengend... Ich war gestern abend "platt wie Flunder". Bett

So, nun muss ich aber mal wieder einen Reitstundentermin machen, damit ich hier zum eigentlichen Thema zurückkommen kann. Augenzwinkern

Wünsche Euch eine friedvolle Woche Winken

Fidelma

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Mittwoch, 11. Juni 2008
Two in one: Lesson 12 + 13
Von Birtes Viechblog, 08:20

Guten Morgähn zusammen! Schlaf

Diese Woche habe ich aufgrund etlicher dienstlicher Verpflichtungen keinen Reitunterricht, aber ich bin Euch ja noch den Bericht der letzten Woche schuldig und bevor das zu weit weg rückt, will ich dem nun nachkommen... großes Grinsen

Montag - zurück an die Leine

Für Montag in der Früh hatte ich mir mal wieder einen Termin zur Sitzkorrektur an der Longe geben lassen. Angekommen berieten wir uns, welches Pferd ich denn zu reiten gedenke und der gemeinsame Beschluss fiel wieder auf Amadeus, da bei diesem - ob seines Schwungs - meine Sitzprobleme besonders deutlich würden. "Wenn Du den sitzen kannst, kannste alle sitzen..." so der Kommentar der netten, lachenden Reitlehrerin... großes Grinsen Mich deucht, dat is' auch so...

Gesagt, Pferd geholt, gereinigt, mal meine "Bandagierkünste" ausprobiert (ich olle Gamaschenfetischistin hatte das ja schon eeeewig nicht mehr gemacht... Augen rollen ), gelobt worden (war der Basispass vor zwei Jahren ja doch zu was nütze... Rauchen ), gesattelt (heute krieg ich das Teil auch ohne fremde Hilfe auf den Elefanten Freak ) und los...

Ich hatte mich auf Turnübungen a là Sassi eingestellt (bei denen ich schon gedanklich zu schwitzen begann... geschockt ), aber das Ganze lief dann mehr nach dem Motto "Gucken wir mal, wo es denn genau hakt" (also mehr Sitzanalyse, denn Sitzschulung) ab. Schritt, Trab, Galopp - freihändig - funktioniert. Dance
Schwierig wurde es ab dem Moment, in dem ich anfangen sollte, mich auf dem Pferd in alle möglichen Richtungen zu drehen und in der Halle umzusehen. Ab einem gewissen Punkt war da die Balance nämlich wech. Aha? Aha! Selbige ging ebenfalls flöten, als Amadeus sich zwei Mal etwas erschreckte (nebenan in der neuen Halle wurden die Boxen eingebaut, was nur unter schwerem "Krach-Peng" von statten ging und insofern auch für ein Pferd an der Longe durchaus verzeihlich ist - war ja auch nicht schlimm) und er mir etwas unter meinem Hintern davon schoss. Träge Masse und so... Augen rollen

Genau in solchen Momenten und bei solchen Übungen sitz ich eindeutig nicht mehr "im" Pferd sondern wieder ganz stark auf meinen Oberschenkeln. Ich musste von vornherein das "Tragen von Zügeln mit wirklich geschlossener Faust" simulieren, was mir erst komisch vorkam, aber eine gute Übung war, weil ich das bekanntlich ja nicht wirklich kann. Insgesamt bekam ich während dieser Einheit die Aufgabe, viel selbst zu gucken (wo zieh ich wann die Schulter & Knie hoch, wann sitz ich schief, etc.) und mich selbst auch zu korrigieren. An Spiegeln mangelt es in dieser Reithalle ja wahrlich nicht... Die Analyse ergab: eigentlich bin ich im Becken locker, eigentlich auch im Fuß, aber meine Knie blockieren...! Und damit der Rest dann auch wieder. Das wird wohl noch eeewig dauern...

Amadeus ist ein echter Schisser... Triebig, aber schissig. Beim Trockenreiten weigerte er sich in Richtung neue Halle zu gehen (wie gesagt, an diesem Morgen auch für ein Nicht-Pferd wie mich nachzuvollziehen) und in der Waschbox machte er einen auf "Hengst" weil er ablaufendes Wasser für einen angreifenden Löwen hält... Mit fremdem (zur Erinnerung: großen!) Pferd an der Hand war ich nicht bereit, diese Aufgabe zu Ende zu bringen, auch wenn ich mich da hätte durchsetzen sollen, ich weiß.

Fazit dieser Stunde: rechne ich knapp zweieinhalb Monate zurück, als ich zum ersten Mal auf ihm saß, und stelle nun einen Vergleich an sehe ich schon einen enormen Unterschied: damals wurde auf seinem Rücken ich hin- und hergeschleudert und musste mich unglücklich am "Maria-Hilf-Riemchen" festhalten. Heute kann ich ihn freihändig ohne nennenswerte Probleme in allen drei Gangarten sitzen... Ist doch was, oder? großes Grinsen

Donnerstag - Konditionstraining geschockt

Für Donnerstag abend ließ ich mir dann gleich noch einen Termin für eine Reitstunde geben. Die späte Stunde gibt normalerweise der Junior-Chef und der ist ja eher - wie soll ich schreiben? - zarter im Umgang mit mir. Ich war sooo müde und es war sooo warm - ein klitzekleines Bisschen hatte ich mich zugegebenermaßen auf "durchmogeln" eingestellt. Einfach etwas Reiten... Zugeteilt bekam ich den süßen Lorenzo und stellte erfreut fest, dass jener einen neuen (naja, eigentlich alten, aber halt anderen) Sattel hat. Mit dem anderen hatte ich ja so große Schwierigkeiten - um das vorweg zu nehmen: ich glaube, das lag tatsächlich am Sattel! Lorenzo ist ein sooo witziges Pferd: immer freundlich, aber auch immer spitzbübisch. Der hat sowas ponyhaftes an sich (auch im Gesicht). Mag ich! großes Grinsen

Lorenzo und ich fummeln uns also ein und harren des Reitlehrers. Der kommt dann auch - aber der Seniorchef! Kommt der in die Bahn - das weiß ich - heißt es arbeiten: aber richtig! Ohne wenn, aber und Entschuldigungen... In mir breitet sich ein leicht panisches Gefühl aus und nehme automatisch Haltung an... (bin ich echt eine erwachsene Frau? )

"Bist Du den schonmal geritten?"- "Ja!" - "Gut!" - "Na, Longe macht sich aber bezahlt, was?" - "Ja!" Er widmet sich einer anderen, zwanzig Jahre jüngeren Reiterin: "Du solltest auch mal an die Longe! Frag mal Birte..." Sechzehnjährige hören sowas, glaub ich, nicht sooo gern. Augenbrauen "Meine Mädels mussten noch regelmäßig an die Longe, als die schon S geritten sind!" Glaub ich gern...

Mit mir sind drei Mädchen mit ihren Pferden in der Bahn. Er lässt uns eine (kurze) Weile durcheinander reiten, guckt, meckert hier, meckert da, lobt selten und bellt schließlich: "Abteilung bilden!"

Und dann geht es los! Und wie es losgeht! geschockt

Traben bis der Arzt kommt. Er lässt uns diverse Bahnfiguren reiten ("Ja, seid Ihr denn noch nie in Eurem Leben Abteilung geritten!!?" Doch, ich verrate Dir aber nicht wie oft, könnte peinlich werden, aber bei dem Blutrauschen in meinen Ohren höre ich Dich nicht, da kannste bellen, wie Du willst...) Wie in meiner ersten Stunde bei ihm müssen wir diverse Bahnfiguren nennen und korrekt reiten. Und korrekter. Und dann geht es seitwärts - und wieder klemmt es bei mir... Und wenn es klemmt, stelle ich das arme Wesen unter mir zu stark (also, man könnte es so nennen, aber eigentlich zieh ich ihm den Kopp nur nach innen... Augen rollen ) "BIRTEEEE! HIMMEL! WAS MACHST DU DENN DA???!" Ich werd ganz kleinlaut und gebe mein Bestes. Das ist ihm aber auch nur grad gut genug... Als nächstes steht Vorhandwendung auf dem Programm: Höhö! Klappt gut. "Ok, Hilfen stimmen, könnte noch etwas mehr auch wirklich auf der Vorhand bleiben, aber das passt schon." (Das war sowas wie ein Lob! *freu*)

Weiter geht es und jeder bekommt sein Fett weg (ähm, bildlich gesprochen kommt das auch hin...) denn : "DAS KANN JAWOHL NICHT SEIN, DASS HIER KEINER MAL LOCKER IN DER HÜFTE IST!!!"
Und dann wird geturnt. Zunächst: mit der rechten Hand an die linke Fußspitze. "Na, Birte, Arm zu kurz?" "Mann! Ich bin 'ne alte Frau!" ächze ich zurück, was ihn lachend macht. Und ich will schließlich keinen Köpper vom Ross machen... Und dann Turnübungen im Trab: Pferd vorn umarmen, dann nach hinten auf die Kruppe legen "BIRTE! DU HÄLST DICH JAWOHL NICHT AN DEN ZÜGELN FEST!!!?" Neee, ich hatte die nur noch in der Hand... *stöhn* Wie gut, dass wir so brave Pferde haben! Und wieder und wieder... Manchmal komme ich etwas in Seenot. Übrigens reite ich mittlerweile an der Tete (*stolzbin*) und es wird auf dem Mittelzirkel angaloppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. Und galoppiert. "Und nun dreht sich jeder so, dass er seinem Pferd auf die Schweifrübe guckt! Ich krieg Euch schon locker!" Mittelzirkel ade! Nach einer gefühlten halben Stunde des Turnens im Galopp (also, fünf Minuten waren es bestimmt!) heißt es wieder durchparieren zum "TEEERAPP" und ganze Bahn, was ich mit erleichtertem Leichttraben gerne tu. Es folgt auf dem Fuße ein "SITZT DU WOHL AUS! (Ich fühl mich wie ein Hund: Sitz!) JETZT BEIß MAL NOCH FÜNF MINUTEN DIE ZÄHNE ZUSAMMMEN!!!"

Nach zwei weiteren Runden fragt er mich: "Birte, reitest Du im Moment nur hier?" "Ja" sag ich, "Gut, dann darfste jetzt leichttraben..." Uff! Hätten wir uns aber auch klemmen können, denn nach einer weiteren halben Runde heißt es aufmarschieren... Die Stunde ist um. Lorenzo und ich sind beide klitschnass.

Beim Trockenreiten spreche ich den Reitlehrer an (wer mir hier "fishing for compliments" unterstellt hat Recht Augenzwinkern ): "Duuuu, aber es ist doch besser geworden, oder? Ich mein, denk mal, vor zwei Monaten..." Der Reitlehrer erkennt natürlich seine Schweine am Galopp und grinst nur "Naja, Kondition haste bekommen, andere fallen ja nach drei Runden schon vom Pferd..."

Ich glaub, der mag mich. Augenzwinkern

Schön reiten geht anders, aber ich bin an dem Abend topfit!

Zu Hause angekommen berichte ich dem Fidelmamann, wie "hart der Reitlehrer mich rangenommen hat".

"Gib's zu" meint der beste Mann von allen "Du stehst drauf!"
Recht hat er! Es war wieder einmal

Ich radel dann jetzt mal zur Arbeit (die Kondition will schließlich gepflegt werden Augenbrauen ) und wünsche Euch einen schönen, sonnigen Tag!

Nächste Woche geht es wieder weiter. großes Grinsen

Liebe Grüße

Fidelma

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Sonntag, 01. Juni 2008
Lesson 11: Rock me Amadeus
Von Birtes Viechblog, 14:22

Hallo zusammen! Winken

Also, erst einmal vorweg: Soap? SOAP?!!? Ich sitze hier und schreibe den Schweiße meines Angesichts nieder und Ihr bezeichnet das dann als SOAP? Pah! Zunge raus Augenzwinkern

Allen anderen, denen mein Schweiß und der Bericht darüber ein Quell der Inspiration und Motivation und Freude ist, gilt mein ausdrücklicher Dank!

Am Donnerstag war es wieder so weit: nach drei pferdelosen Tagen fuhr ich in meine Reitschule - und freute mich einfach. Ich hatte totale Lust auf Reitunterricht! Reiter Angekommen musste ich aber feststellen, dass mein Name nicht auf "der Liste" steht und ich wurde etwas indigniert angesehen: "Wo warst Du denn gestern?" Gestern? Gestern hatte ich doch erst angerufen, dass ich heute käme...? verwirrt Ein Missverständnis.
Spontan wurde ich gefragt: "Amadeus?" Klar, sage ich, auf Amadeus saß ich ja bereits an der Longe. Siedend heiß kommt mir in den Sinn, dass er ja der Riesenreitelch ist. Meine Höhenangst macht leise "Mucks"...

Ich holte mir also Amadeus, putzte ihn mit leichten Schwierigkeiten (ich komme echt schlecht an seinen Widerrist), will satteln und: Oh! geschockt Ich hab echte Probleme... Ich bekomm den Sattel nicht vernünftig aufs Tier. Ein paar Meter weiter sehe ich einen groß-schlaksigen Teenie-Burschen sitzen, den ich schon mehrfach (gut!) auf Amadeus habe sitzen sehen und bitte ihn um Hilfe. Er ist dabei wirklich hilfsbereit, aber ein Bisschen macht er schon diesen da: Haha

Die nächste große Hürde stellt dann das Aufsitzen dar - da komm ich never ever so rauf - da kann ich Gymnastik machen, wie ich will. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes ne Nummer zu hoch für mich. Ich finde den Aufstieghocker und krabbel auf den Reitelefanten. Nach gründlichem Sammeln und Sortieren und Nachgurten - bei dem ich wieder Hilfe brauche, da ein noch weiteres nach unten Beugen den direkten Flug in die Tiefe mit sich gebracht hätte (warum hat ausgerechnet dieses Tier einen Kurzgurt? An mir ist einfach alles 15cm zu kurz geraten...) - danach also stakst Amadeus auf meine Ansage hin los. Wie ein Storch im Froschteich... geschockt In der nächsten Ecke bleibt er interessiert nach draußen staunend stehen. Amadeus? AMADEUUUS? Hallo, wach? Hier ist ein Mensch auf Deinem Rücken und der möchte, dass Du läufst? "Hm?" fragt er mit halbem Ohr "Ach so, jaja..." und stakst weiter. Das ist noch nichtmal ein Schleichschritt und ich ahne, dass Amadeus doch ein etwas triebigerer Kandidat ist... Ich nehme mir eine Gerte, denn meine Beine mag das Tier zunächst konsequent ignorieren.

Der Reitlehrer kommt und beguckt sich, wie es seine Art ist, was ich da so treibe - das kann schon im Wortsinn genommen werden, denn ich schwitz wie Bolle. "Birte, Amadeus ist ein gutes Lehrpferd für Dich: er kann ziemlich viel und das auch ziemlich gut, aaaber: er ist sehr faul. Du musst Dich vom ersten Augenblick an bei ihm durchsetzen und Dir Respekt verschaffen, sonst hast Du verloren..." Ach, echt? geschockt

Wir traben auf sein Geheiß hin an und sofort - Ha! Ich wusste es, ich wusste einfach, dass ich nicht mehr lotrecht sitzen würde, nachdem ich in Reken vier Tage mit geneigten Oberkörper geritten bin! Hmpf! - "Richte Dich mal was auf!!!" Aber: meine Hände sind ruhig - sie hopsen nicht mit rauf und runter im Rhythmus des Leichttrabens - sie bleiben wo sie sind und sein sollen. Juchhee! Freude

Amadeus ist gefühlte zwölf Meter lang und hat den entsprechenden Schwung, aber ich freue mich zu merken, dass ich dennoch nicht (nur) haltlos durch die Gegend geschleudert werde. Auch der gute Kieffer bereitet mir diesmal keine Probleme. Wie in Reken spricht der Reitlehrer: "Federn, federn, federn! Immer den Schwung schön nach unten raus lassen und den treibenden Effekt nutzen." Ich versuche es... Und beim Seitenblick in den Spiegel sieht es so aus, als wenn mir das sogar bisweilen gelänge.

"Fühl Dich ein, probiere, was Richtig für Dich und dieses Pferd ist! Na guck, er läuft doch..." Leider verlässt meine Kondition mich immer wieder recht schnell. traurig

Die erste Anfrage nach "Galopp?" beantwortet Amadeus mit einem gelangweilten "Nur, wenn es wirklich sein muss..." Meine Schenkel nimmt er nur marginal wahr, aber er springt an.

Für die Konstellation "Birte und Amadeus" scheint die Frage: "Reagieren wir auf den Schenkel oder nicht?" (zusammen mit der großen Preisfrage: Kann Birte ihre Beine auch ruhig halten?) im Vordergrund zu stehen. Also übe ich es im Schritt seitwärts und reite sonst viele Übergänge. Irgendwann habe ich das Gefühl, zumindest die Basisknöpfchen alle ansatzweise korrekt bedienen zu können und reite "Halt - Trab - Halt - Trab - Halt". Geht ganz gut. Freude Nicht perfekt natürlich, aber es geht. Im Aussitzen verliere ich mächtig an Körperspannung, aber irgendwie muss ich irgendwo mit dem Schwung hin... "Nach unten federn...!" Ja, doch - und nicht die Beine wie eine Stoffpuppe durch die Gegend schleudern... Um mich zu entspannen fange ich an, leise vor mich her zu singen: "Amadeus, Amadeus..." Hätte ich 1985 mehr auf meinen damaligen Reitlehrer, denn auf österreichische Popikonen gehört, es würde mir in jenem Moment einiges deutlich leichter fallen. "Come on, rock me Amadeus..." Freak

Und dann ist die Stunde plötzlich wieder vorbei. Amadeus und ich sind beide gut geschwitzt. Ich betüddel ihn noch etwas und mache mich auf den Heimweg. Für diesen Tag war ich zufrieden. Freude Am Montag lasse ich mich dann mal wieder an die Longe nehmen.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Seid lieb gegrüßt

Fidelma

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