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Dienstag, 10. Februar 2009
Fidelma lernt Reiten - Staffel II
Von Birtes Viechblog, 12:14

Nachdem bekannt wurde, dass Fidi wieder eine lange Zeit nicht reitbar sein werde, machte ich mir Gedanken, wie und ob ich weiter reiten wollen will. Die Entscheidung dort nachzufragen, wo ich die letzten guten Erfahrungen gemacht hatte, lag nahe. Man muss sich diesen Stall nicht als klassische Reitschule vorstellen. Es ist ein eher kleiner Stall mit einigen Einstallern. Die Stallbesitzerin erteilt auf Anfrage Unterricht auf ihren eigenen Pferden und Ponys oder Leuten, die mit eigenen Pferden kommen. Ich rief sie an und sie war recht bestürzt ob Fidis Diagnose und bot mir eine ihrer beiden Stuten an: "Das könnte passen..." meinte sie. Wir vereinbarten einen Termin für vergangenen Samstag. Und nun geht es also los mit:

Fidelma lernt Reiten - Staffel II
Episode I: Reiten mit Herz und Verstand - aber mit ohne viel Hand

Am Samstagmorgen war ich - wie immer, wenn etwas Neues ansteht - ganz schön aufgeregt. Wir hatten zehn Uhr vereinbart, mir war aber im Nachgang nicht mehr ganz klar, ob zehn Uhr auf dem Pferd oder am Stall... Also fuhr ich einfach mal ne halbe Stunde eher hin - und holte die Dame dann leider vom Frühstückstisch weg (naja, die Hunde sahen mich und machten freudigen Rabatz). Ich wollte gern ne wache Reitlehrerin haben und schickte sie zurück zu ihrem Kaffee - sie verriet mir, wo das Tier, das sie mir anvertrauen möchte, sich befindet und wo ich das passende Putzzeug dazu finde. Kein Problem.
An der Box angekommen war mir ein Pferdepo zugedreht, der mich erstmal erschreckte: da fehlte was, aber gewaltig! Der Schweif - komplette Rübe... ab! geschockt Nur drei Haare auf einem kleinen Stumpf. Oh weh... Armes Pferd. geschockt
Ich sprach das Tier - Penny ihr Name - an, sie drehte sich zu mir um und ich blickte in ein hellwaches, wunderschön ausdruckstarkes Pferdegesicht. Hat dieses Pferd schöne Augen... *schmilz*
Meine dritte Wahrnehmung war dann: Dreck! Ach, herrje... Ich bin verwöhnt: abgesehen vom Schecken waren alle "meiner" Pferde in den letzten beiden Jahren (teil-) geschoren und / oder eingedeckt. Dieses nicht. Penny ist nicht klein, sogar noch einen Ticken größer als Fidi, eigentlich ein klassisches braunes Warmblut, sieht aber aktuell mehr aus wie ein verkappter Isländer auf Heimaturlaub. Was für ein Winterfell! Und wenn man meiner These "Ein schmutziges Pferd ist ein glückliches Pferd..." folgen mag, dann war Penny extrem glücklich! Zum Glück war die Schlammkruste trocken... Augenbrauen

Peny ist angebunden freundlich, ein Bisschen stutig, war etwas beleidigt, dass in meiner Tasche doch kein Keks steckte ("Aber Du hast das gesagt und es riecht auch so..." "Ich weiß, tut mir leid, da war auch einer drin, aber nun nicht mehr, hab ich vergessen, sorry...") und artig. Irgendwann kommt ein netter Mann herein, der sich als der Gatte der RL vorstellt (auch sehr nett) und fragt, ob er schon mal den Sattel holen solle? Gerne, danke. Seine Frau käme sofort. Alles mit der Ruhe...

Ich mache Penny also reitfertig und weil mir Dreieckszügel mitgeliefert wurden mach ich die auch gleich mal dran, natürlich ohne festschnallen.

Die Reitlehrerin kommt zeitgleich mit Fidis Besitzerin und wir machen uns zu viert auf in die Halle. Stehen bleiben beim Aufsitzen ist nicht so Pennys Stärke, aber kaum sitze ich oben fühle ich mich pudelwohl. Kennt Ihr den Effekt: man setzt sich auf ein wildfremdes Pferd und alles in einem sagt: Jo, alles klar. Keine weiteren Fragen. Danke.

Ich reite am langen Zügel ne ganze Weile an, fummel mich ein und die RL erzählt mir etwas übers Pferd: erfolgreich gesprungen sei sie, bis MB. Dreizehn wäre sie und hätte fast ebenso viele Besitzer gehabt... traurig Seit einem Jahr gehöre sie ihr und beim ersten Ritt hätte sie zunächst nur auf zwei Beinen gestanden. Penny hätte fürchterliche Angst vor einer harten Hand gehabt. Es hätte sehr lange gedauert, bis sie wieder Vertrauen gefasst habe. Noch ein: Oh weh, armes Pferd... Weinen Noch immer habe sie Angst, wenn jemand mit zu viel Hand reite und außerdem Probleme bei der Längsbiegung. Nicht, dass sie es nicht kann, aber sie tut sich schwer. Grundsätzlich muss sie aber ursprünglich mal eine sehr gute Grundausbildung genossen haben, da sie heute sehr fein zu reiten sei.

Wie mir denn der Sattel passe (ein neuer Sommer Dressur-Sattel)? Hm, ich gebe zu, dass ich finde, dass er mich durch den hohen Hinterzwiesel sehr nach vorne setzt und insgesamt etwas klein für mein ausladendes Hinterteil sei... Wenn ich mich bewusst in den tiefsten Punkt setze, dann flutschen meine Knie über die Pauschen. Wir werden sehen: das Tier habe auch noch einen guten V/S-Sattel. Sie prophezeit mir, dass dieser Sattel jedoch klar bei mir bewirken werde, dass ich in den Hüftbeugern offener werde. Genau da werde ich Muskelkater bekommen. Heute kann ich sagen: Autsch, sie hatte Recht. Augenzwinkern

Ich komme zwar zum Treiben, aber Penny reagiert viel mehr auf meinen Hintern. Die Ausbinder werden ganz lang (erstes Loch... weil sie bei Unsicherheit zum Kopfhochreißen neige) verschnallt und auf Geheiß hin traben wir an. "Spann mal nur Bauch- und Gesäßmuskeln an..." Und das Hotte trabt... geschockt Wir traben und traben und traben und ich werde geheißen darauf zu achten, wann sie mir unter dem Hintern wegläuft (auch dazu neigt die Stute) - sie hat ganz schön viel Go! Ich soll weicher einsitzen, viel weicher, noch weicher... Und "Sie hat sehr viel Schwung, das wirst Du ja schon bemerkt haben, dadurch bist Du beim Einsitzen nicht weich, du "tackst" auch noch einmal nach... Merkst Du das? Dann wird sie immer schneller..." verwirrt Also, DAS hat mir noch nie einer gesagt. Ich solle mich mal darauf konzentrieren. Und auf einmal merke ich das: es stimmt! Einsitzen - hopshops - aufstehen - einsitzen - hopshops - aufstehen... Nicht einen Trabtritt zu viel, sondern in der Bewegung... DAS ist mir echt noch nie aufgefallen und es hat auch noch nie einer gesagt. Was ich einerseits an Rückenspannung zu viel habe, habe ich hier zu wenig. Und zwar genau in jenem Augenblick. Feintuning. Ich bekomme die Bügel noch ein Stück kürzer geschnallt und soll versuchen, mein Gewicht wirklich mal auf den Fußballen zu bekommen. Und weiter leichttraben. "Sehr schön läuft sie, guck mal wie zufrieden sie rumsabbert, lob sie, sie taucht so schön ab!"

Und immer wieder: Hand weg! Ganz vorsichtig sein, ganz weich. Ich versuche umzusetzen, was sie mir bei Fidi gesagt hatte: meine Hände mal auf Breite meines Körpers zu halten, mich im Oberkörper zu strecken und locker die Schulter fallen lassen - also mal ganz raus aus meiner gewohnten (leicht verkrampften) Haltung - und ich ... fall fast vom Pferd! Hu! Das einfach ein neues Körpergefühl. Ich verlier dadurch fast die Balance. Nun denn... Was jahrelang drin ist, kriegt man nicht in ein paar Minuten raus.

Ich soll Übergänge reiten und Penny reagiert wirklich auf jedes kleine Zucken meiner Pomuskeln. Leider auch, wenn ich nur versuche, mich wieder zurecht zu setzen. Lachen *flüster* Was passiert denn, wenn ich mal pupsen muss? *flüster*

Ich soll die Zügel mehr aufnehmen, denn Stellung und Biegung lässt sich nunmal nicht gänzlich ohne reiten und "...jetzt reit mal an der nächsten langen Seite ein Schulterherein!"

Äh...

Also, wir haben schonmal festgestellt, dass ich das nicht kann. Also nicht richtig. Ich hab Probleme damit, meine Hüfte unabhängig von meinem Oberkörper zu drehen. Ok, das sparen wir uns für später mal auf. Dann Schenkelweichen. "Reite aus der nächsten Ecke kehrt und dann lass mal den Schenkel weichen." Es ist wie verhext! Ich schaffe es nicht! Rechts geht es einigermaßen, aber links: no way! Wieder die alte "ich verdreh mich"-Geschichte. Auch daran müssen wir arbeiten...

Dann geht es ans "Halt" - ich lobe Penny und bekomme dafür eins auf die Mütze. "Was möchtest Du, wenn Du Dein Pferd halten lässt?" "Äh, das es steht?" (ich meine damit gleichmäßig) Die RL lacht Lachen und meint, nun ja, das sei schon das vordringliche Ziel, aber WIE es denn stehen solle...? "An den Hilfen...?" "Genau! Und deswegen lobst Du mit der Stimme und schmeißt nicht die Zügel weg..." Ich solle versuchen, sie ein paar Schritte rückwärts zu richten. Auch das gelingt mir eher mau. Das ist doch verrückt: ich reit sowas ja nun alles wahrlich nicht zum ersten Mal, aber ich krieg es hier kaum hin. Und ich kann noch nicht sagen, was anders ist. Das Pferd ist schließlich nicht anders ausgebildet, noch nach irgendeiner Guru-Hupp-Methode geritten. Verkrampft? Zu hart? Verspannt? Verkopft? Ich weiß es nicht... "Atme tief in den Bauch!"

Zum Abschluss traben wir wieder und ich soll wie beim letzten Mal in den leichten Sitz gehen und federn. Und hier werde ich (Engel ) richtig gelobt! "JETZT sitzt Du wunderbar ausbalanciert..." Yeah! Freak "Jaaaa.. Richtig so...!"

Ich reite lange trocken und bin zufrieden. Penny auch. Sie ist total entspannt und wird auf den Paddock entlassen, auf dem sie sich erst einmal wieder ordentlich einsult. Lachen

Fidis Besitzerin hat sich das alles genau angesehen und meinte nachher zu mir: von DER (und ich glaube sie meinte sowohl Stute als auch RL Augenzwinkern ) wirst Du eine ganze Menge lernen. Hier biste erstmal gut aufgehoben!

Das Gefühl habe ich auch. Nächsten Samstag um zehn geht es weiter. Dann lasse ich meine RL aber ihren Kaffee genüsslich austrinken. großes Grinsen

Liebe Grüße

Fidelma

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Freitag, 30. Januar 2009
Freud und Leid und Hoffnung
Von Birtes Viechblog, 23:46

Hallo zusammen,

nach dem erfreulichen Erlebnis vom letzten Samstag gibt es nun Trauriges zu vermelden. Aber der Reihe nach:

Zuerst der Stand von Mittwoch:

Sie lahmte schon wieder. Weinen Weinen Weinen
Nicht nur Eiern, sondern jetzt echt grenzwertiges Lahmen. Wieder hinten rechts, bzw. in der Diagonalen scheint sich das auch nach vorne links durchzuziehen...

Ich hatte sie noch nicht gesehen weil ich auf Dienstreise war, aber sie ist am Sonntag wohl wie von der Biene gestochen an der Longe rumgesprungen und war Montag Abend in der Stunde erst leicht lahm und lief sich ein (das kennen wir ja). Am Dienstag Abend war es dann wohl sehr schlimm. Dienstag hatte sie Führpause. Ihre Besitzerin wollte versuchen, noch in dieser Woche einen Termin in der Klinik zu bekommen. Fünf Monate rumdoktorn mit TA vor Ort, x-Mal Osteo und Physio... Fünf Monate auf und ab. Mir war echt nicht klar, dass wir schon so lange ein "Trio" sind.
Gestern war ich da und stellte sie in den Kondi-Trainer. Weiter leichtes lahmen vorn. Meiner Meinung nach links...

Heute waren wir in der Klinik. Hier das Ergebnis:

1. Fidi hat vorne rechts eine Fehlstellung - d.h. der Huf ist an der äußeren Seite (also ich meine die rechte Trachte) höher als an der Innenseite. Sie rollt beim Auffußen von außen nach innen ab. Dies bereitete dem TA sofort Sorgen und er hoffte, dass dies eine neuere Entwicklung sei, damit die Sehnen (noch nicht) gelitten hätten. Kann durch entsprechenden Beschlag behoben werden. Beugeprobe war positiv.

2. Beugeprobe hinten rechts ebenfalls positiv. Röntgen des Sprunggelenkes: Spat in Reinform. Sprunggelenk ist aber noch im Prozess des Verknöcherns.
Beugeprobe hinten links unauffällig, wurde aber gleich mitgeröngt: auch hier Spat, aber schon vollkommen verknöchert. Das heißt, die mittlere Gelenkspalte ist gar nicht mehr auf dem Röntgenbild zu erkennen.

Auch hier kann mit entsprechendem orthopädischen Beschlag und ausreichender Bewegung geholfen werden. Die Rückengeschichte war wohl eher eine Folge der Arthrose. Irgendwie setzt sich das alles wie ein Puzzel zusammen (der Unfall im Sommer trug sicherlich noch etwas dazu bei, aber da hätten wir noch bis zum St. Nimmerleinstag physiotherapieren lassen können... So lange der Prozess im Laufen ist hätte sich abgesehen von dem, das sich verändert hat, nichts am Gangbild geändert).

3. Am Ende dann eine Horrordiagnose: nach Leitungsanästhesie vorne rechts auf allen vier Ebenen (nach Plätten der ersten drei lahmte sie immer noch), Abstasten und Schallen: Einriss des Fesselträgers... Weinen Allerdings meint der TA, dass sie da noch massives Glück gehabt hat (das Bein war ja nicht einmal dick!): die Sehne sei noch zu 90- 95% belastbar.

Die Prognose geht nun in alle Richtungen:

Spat sollte man bei ergriffenen Maßnahmen in den Griff bekommen. Er sagt, dieser Befund sei für ein vierzehnjähriges Pferd insgesamt sehr ungewöhnlich. Das sei normalerweise eher bei vierjährigen Pferden so und fünfjährig abgeschlossen. Sollte sich binnen zwei Jahre nichts ändern, erst dann müsse man über eine Berentung nachdenken. Von einer OP rät er ab.

Die Sehne... Der Riss ist neu und wahrscheinlich am Sonntag beim Rumspringen an der Longe entstanden. Da der Schaden aber vergleichsweise klein sei, besteht keine allzu große Sorge. Natürlich kann dies ihr Schwachpunkt werden. Es kann aber nach der Rekonvaleszens sein, dass sie sogar wieder "sporttauglich" werde (trotz und mit vernünftig be- und gehandeltem Spat). Aber das muss man sehen. Wir sollen auf mittelhartem Boden Schritt führen oder Schritt reiten (ab sofort) - aber eben kontrolliert. Paddock oder Schrittmaschine, in denen man sie nicht unter Kontrolle habe - ein falscher Sprung und die Sehne reißt weiter ein oder ab! - fallen flach. Und das für mindestens drei bis sechs Monate! Weinen Es ist also wieder Geduld gefragt. Dass sie derzeit so schlank ist (gewogen haben wir dann auch gleich noch: 547kg bei 1,67m Stock) sei eher gut für ihre derzeitige Situation. Deswegen werde ich auch nur führen! Erstmal... In den nächsten Tagen und bei Bedarf bekommt sie Equi.
Nächstes Schallen ist in acht Wochen. Sollte sich nichts am Fesselträger gebessert haben, soll über eine neue Eigenplasma-Behandlung nachgedacht werden, von der ich schon gehört habe (wurde mit Erfolg bei dem Pferd einer lieben Bekannten durchgeführt).

So, das isses also. Ich bleibe / werde also (wieder...) Führ- Putz- und Tüddelbeteiligung. *seufz* Das eingesparte Geld werde ich bei der RL, bei der ich am Samstag diese tolle Reitstunde hatte, in Reitunterricht auf deren Pferden investieren. So plane ich das jetzt jedenfalls - ich muss noch mit ihr sprechen... Augenzwinkern

Im ersten Moment waren Fidis Besitzerin und ich wirklich sehr geschockt und haben auch ein paar Tränen verdrückt. Wir haben dann den heutigen Abend gemeinsam chinesisch essend in ihrem Wohnzimmer nett verbracht und nun geht es uns beiden besser: wir denken, wir bekommen das hin! Außerdem haben wir endlich einen richtigen Ansatzpunkt. Freude

Tja, so liegen Freud und Leid in wenigen Tagen ganz dicht beieinander. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf!

Und wenn mich mal der Mut verlässt (und das wird er sicher zwischendurch), dann brauche ich Euren Zuspruch...

Liebe Grüße

Fidelma

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Sonntag, 25. Januar 2009
Eine besondere Reitstunde...
Von Birtes Viechblog, 11:09

oder: Ich bin der König der Welt...!

Hallo zusammen,

seit Beginn dieses Jahres (ja, ich denke, man kann es jetzt so formulieren) sitze ich ja nun wieder mehr oder weniger regelmäßig auf Fidis Rücken. Allerdings hatte ich bisher erst eine richtige Reitstunde, in der sich die Reitlehrerin aber recht zufrieden zeigte… „Viiieeel besser als im Sommer…“ lobte sie mich. In dieser Stunde hieß sie mich, Volte, Übergang, Volte, Übergang, Volte, Übergang zu reiten und immer wieder "Stell sie mehr durch! Sei nicht so zaghaft!" Ich war nicht unzufrieden, aber überrascht, sagte sie doch so wenig zu meinem Sitz, zu meinen Händen, zu meinen Beinen (ich kenne meine Baustellen, schaffe es aber irgendwie nicht, sie zu bearbeiten)...

Gestern bekam ich dann eine Reitstunde der besonderen Art geschenkt. Um halb zehn solle ich in Reitsachen am Stall sein, wir fahren weg. Dies teilte mir Fidis Besitzerin mit. Aha? verwirrt großes Grinsen Ich wusste, dass sie an jenem Morgen selbst einen Gutschein für eine Reitstunde bei einer Reitlehrerin, die nach Sally Swift ("Reiten aus der Körpermitte" - Centered Riding) unterrichtet, einlösen wollte (hatte sie selbst geschenkt bekommen). Eins und eins zusammen gezählt ergab für mich: ich soll auch? geschockt

Der Stall ist sehr nah an Fidis Stall gelegen, genau zwischen meinem Heimatstall und dem neuen. Ich kannte ihn etwas, weil mein altes Stütchen Diana vor zwei Jahren in der "Kyrill-hat-das-Stalldach-abgedeckt-und-das-muss-nun-repariert-werden-Zeit"
kurzfristig dorthin evakuiert war. Mit Fidis Besitzerin und einer gemeinsamen Bekannten waren wir schon einmal zum Unterrichtgucken da, aber ehrlich gesagt ist mir davon lediglich "Es war saukalt" und "winzige Halle" in Erinnerung geblieben. War also damals nicht besonders eindrücklich.

Gestern dafür umso mehr. Wir machten's Pferd fertig, luden auf, fuhren los und Fidis Besitzerin teilte mir mit, ihr Geburtstagsgeschenk für mich sei ebenfalls eine Reitstunde bei dieser Dame. Danke! Kiss Sie wollten gemeinsam sehen, ob ich sie auf Fidi bekäme (ihre Besitzerin sollte zuerst), oder ob ich eines der Schulpferde reiten solle. Ich war gespannt.

Angekommen fand Fidi natürlich alles erst einmal super spannend. Beim Abladen habe ich mich kringelig gelacht: ein augenscheinlich älteres Pony stand zusammen mit einem großen Wallach auf dem angrenzenden Paddock und glotzte. Alle Pferde guckten neugierig, aber dieses Pony glotzte. Habt Ihr das schon einmal beobachtet, wenn so ältere Herren, eindeutig im Ruhestand, neben arbeitenden Menschen stehen (z.B. gerne an kleineren Baustellen) und denen ganz genau auf die Finger gucken, keinen Pieps sagen, aber enervierend dabei sind? So glotzte das Pony. Konnte es nicht richtig gucken, wechselte es die Position und glotzte mit kugelrunden Augen weiter. Lachen Der große Wallach hingegen musste demonstrieren, dass er doch (im Geiste) ein Hengst sei und legte bannich Imponiergehabe an den Tag. "Eine Stuuuuuute! Und sie ist rossig! Sie her, was für ein toller Hecht ich bin!"Lachen

Die Reithalle ist wirklich klein (keine 20x40) und zu allen Seiten so abgeschlossen, dass keiner rein- und niemand rausgucken kann. Auch kein Pferd nicht. Das fand Fidi nun nicht mehr nur noch spannend. Sie wurde sehr spannig und ich war froh, dass ihre Besitzerin und nicht ich mich auf ihren Rücken setzen sollte. Die Reitlehrerin stellte sich vor und als sehr sympathisch heraus. Sie erzählte, grad aus Bayern von einem Seminar eines Stecken-Schülers zurück zu sein. Eine ganze lange Weile beobachtete sie Fidi und stellte dann eine erste "Diagnose": Fidi sei, wie bei Dressurreitern leider oft üblich, direkt am Anfang schon zu eng geritten geschockt (und dabei finde ich gerade, dass ihre Besitzerin mit sehr feiner Hand reitet und eigentlich nie zu eng - also relativ zu dem, was ich da sonst so im Stall immer sehe) und dann Doppel- geschockt geschockt - sie habe einen deutlichen Taktfehler im Schritt. Auch hier wurde wieder Heuschmann zitiert (ist irgendwie grad en vogue, oder? Ist ja auch richtig, aber man hört es wirklich an allen Ecken und Enden - allerdings kam es hier alles, nur nicht "nachgeplappert" rüber). Sie übte mit Fidis Besitzerin einige Dinge zum Thema Atmung, An- und Entspannung und nach nur wenigen Runden fragte sie: "Und? Merkt ihr's?" Allerdings - es war wirklich ein deutlicher Unterschied im Schritt zu sehen. Der war nämlich auf einmal wirklich schreitender! geschockt Dann ging es an die Trabarbeit - generelle Ziele wurden vereinbart (reiten mit viel feineren Hilfen) und schwubsdibubs hatten Fidi und ihre Reiterin es raus, nur auf ein leichtes Anspannen von Bauch- und Rückenmuskulatur hin anzutraben. DAS will ich auch können! Fidi entspannte total und lief ganz, ganz locker in Dehnungshaltung, aber schön schwingend und vor allem sich selbst komplett tragend! Erinnert ihr Euch: vor einigen Monaten war dies nicht möglich. Die Kraft hat sie also aufgebaut, nur gezeigt hat sie es noch nie so deutlich! Ich freute mich wie Bolle! Die RL lobte sehr und meinte dann aber, es sei Zeit, aufzuhören. Ich sei an der Reihe...

Öhm...
Ich wollte das so zufriedene Pferd eigentlich nicht weiter belasten, man soll doch immer aufhören, wenn... Nun denn. Die RL wollte mich jedenfalls auf ihr reiten sehen.

Wieder beobachtete und fragte sie. Ich erzählte ein wenig über mich und meine "Reitkarriere" während ich mich einfummelte. Ihre Diagnose betraf dann auch diesmal weniger das Pferd, denn mich. Zuerst einmal bekam ich die Bügel ein Loch kürzer geschnallt. Und dann, nun ja, sie benannte meine Baustellen (sind halt immer die Gleichen und jeder, der halbwegs gucken kann, sieht das auch auf den ersten Blick) aber diesmal bekam ich echt hilfreiche Bilder, um daran arbeiten zu können. Stückchen für Stückchen arbeiteten wir an den verschiedenen Dingen, um sie nach und nach zusammen zu fügen (natürlich sind sie jetzt nicht weg, aber ich habe eine Idee!). Ich wurde von meinen Bögen geholt (keine Bögen? ),
da ich das Pferd dort aktuell nur störe... Eine Sache, die mir besonders wichtig wurde war der Satz, dass ich nicht gegen meinen eigenen Körper reiten solle, sondern mit ihm und auch mit seinen "Unzulänglichkeiten". Ich wurde also aus meiner Form, in die ich mich gerne presse, heraus geholt - DAS fiel mir ganz schön schwer, gab aber ein echtes Aha-Erlebnis ! Und dann stellte sie fest: "Du reitest viel zu sehr mit Deinem Kreuz!" Höh? Zu viel Kreuz? Entspannung war angesagt, loslassen im Rücken, gerade so viel Spannung, um aufgerichtet zu sein. Und siehe da: auf einmal merkte ich etwas, was mir völlig verloren gegangen war - Ich saß wieder! Ich spürte meine Sitzhöcker deutlich - und ich glaube nicht, dass das (nur) an den paar verlorenen Pfunden lag... Eine Übung, die mir aus Reken wohl vertraut war, war dann das Traben im leichten Sitz (Fidi war völlig verwirrt verwirrt ), um den Schwung mal wirklich nur nach unten rauszulassen. Auch beim Leichttraben würde ich mich nur mit dem Kreuz hochziehen und dabei viel zu hart und angestrengt sein. Um einmal zu fühlen, wie es sich richtig anfühlt, wenn das Gewicht auf den Füßen - und zwar nur dort - sei, spielten wir "Titanic". Nein, nicht das Sinken, sondern diese Szene in der Leo mit Kate am Schiffsbug... Ach, seht selbst:


Ich bin der König der Welt...!


Auch ne sehr, sehr gute Balance-Übung. Ich bin echt froh, dass Fidi so ein liebes Tier ist... Lachen Kiss

Und nach alldem, da klappte das auch plötzlich (meistens jedenfalls pfeif ) mit dem Antraben durch Muskelanspannung und: ich hatte NICHTS mehr in der Hand. Einfach nur ein locker, flockig zufrieden trabendes Tier. Eine Gerte (Sporen trage ich ob meiner unruhigen Beine eh nicht) brauchte ich an diesem Tag nicht. "Lob sie, lob sie, lob sie!"

Fidis Besitzerin sagte, es wäre so interessant gewesen zu sehen, wie eirig Fidi anfangs unter mir lief und wie entspannt und locker sie wurde, desto mehr ich entspannte. Dies war eine sehr wertvolle Erfahrung! Da waren wir nicht zum letzten Mal!

Fidis Besitzerin und die RL verließen die Halle, um ein paar Dinge zu klären und ich blieb allein mit Fidi zurück (hatte schon abgesessen, um noch ein paar Runden zu führen). Das gefiel Madame aber gar nicht! "Hilfeeee!" wieherte sie "Ich bin alleine in diesem Kasten!!!" Na, vielen Dank auch. Ich vertraue ihr echt, sie mir anscheinend aber nur auf "eigenem Grund und Boden"

Macht nix... Wir haben Zeit! Für alles... großes Grinsen

Ich bin wirklich dankbar, eine Pferd-Besitzerin-Kombination gefunden zu haben, die mir ein solches Lernen ermöglichen. Küsschen

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Die Fidelma

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Donnerstag, 01. Januar 2009
Back in the saddle again...
Von Birtes Viechblog, 19:18

Hallo zusammen! Winken

Ganz oft wurde ich in den letzten Wochen (zumeist im Chat) gefragt: "Och, Fidelma, wann schreibste denn endlich mal wieder einen Bericht...?" und meine Standardantwort lautete stets: "Wenn es wieder etwas zu berichten gibt!" Augenzwinkern

Et voilà! großes Grinsen

Vor knapp drei Wochen wurde ich zum ersten Mal wieder auf Fidis Rücken gesetzt. Nur so knappe zwanzig Minuten und die waren wirklich mehr... Puh? Also: mein ganzer Körper sagte damals "Reiten? Wie ging nochmal Reiten? So? Neee... So? Neee, auch nicht! Huch - das schaukelt! Treiben? So? Ne... Hmpf?" Ich hatte das Gefühl, dass jegliche Bewegungserinnerung von irgendwas aus meinem Hirn vertrieben worden war... Außerdem sagte mein Hintern, Fidi liefe leicht eirig, sobald ich nicht nachtrieb und sie knickte auch zwei Mal leicht hinten ein. traurig Ich stellte mir damals wieder die alte Frage, ob es wirklich schon an der Zeit sei, dass ich sie wieder reite. Bei ihrer Besitzerin läuft sie ja nun schon sehr lange glasklar und immer schöner... Gleichwohl wurde eine Reitstunde für den darauffolgenden Montag festgemacht. Allein mein Körper sagte wieder "Nope" und fesselte mich mit einer Grippe dick eingemummelt für über eine Woche an die heimische Couch. Im Weihnachts- und Turniertrubel war dann wieder nur longieren angesagt. Ehrlicherweise kam mir der Gedanke ans Reiten auch irgendwie absurd vor: Ich sollte mich wirklich wieder auf dieses Pferd setzen? Fidi und ich hatten uns am Boden ja mittlerweile wirklich aufeinander eingeschossen... Reiten? Seltsam... Schön, aber seltsam...

Heute mittag war es dann so weit. Es gab gleich doppelten Grund zur (Vor-) Freude: einerseits freute mich natürlich der Gedanke ans Pferd, andererseits war aber auch mein Liebster, der sich bis dato standhaft weigerte, Fidi auch nur anzugucken ("In diesen Stall setze ich keinen Fuß!" Er ist da mehr so, hm, also sagen wir es einfach so: er hat es nicht so mit Pferden und Reitern schon gleich gar nicht...) gestern auf ein ganz, ganz zaghaftes Nachfragen sofort bereit (welch List! Augenzwinkern ), mich mit seiner neuen Kamera (großes Grinsen ) reitend zu filmen. Und dazu musste er ja nunmal mit.

Wir kamen am Stall an und ich stellte Mann und Pferd einander vor. Diejenigen von Euch, die Fidi bereits persönlich kennenlernen durften haben ja schon festgestellt: sie hat eine ausgesprochen freundliche Natur und so eroberte sie auch SOFORT das Herz meines Gatten. Engel Ich holte sie zum Putzen aus der Box. Leider haben wir auf der (echt engen) Stallgasse immer noch regen Durchgangsverkehr (der Zugang zur Halle ist grad nur hierdurch möglich, alles andere ist noch durch nicht abgebaute Zelte blockiert) und es machte einfach keinen Sinn, Fidi zum Putzen immer wieder an- und abzubinden und umzustellen. So drückte ich dem Mann an meiner Seite den Strick in die Hand (er nahm ihn ohne Murren verwirrt ), ein paar Leckerchen dazu und machte mich an die Pferdehygiene. Nach nur drei Minuten kam schon die erste Dame mit einem gar wilden Hengscht daher und begehrte Durchlass. Und was tut mein Mann? Der, der bei Erwähnung des Wortes "Pferd" normalerweise erblasst? Noch bevor ich "Warte ich komme und nehme sie Dir ab!" aussprechen kann, sagt er zu der Durchlass begehrenden Dame "Kein Problem!" und dampft mit meiner Stute an der Hand raus auf den Hof, wendet sie, kommt zurück und meint: "Soll ich sie Dir so oder so hinstellen?"

geschockt

Selbst als der aus Fidiperspektive furchterregende Trecker mit einem Silageballen auftaucht behält er die Nerven und beruhigt die Stute ehe ich "Piep" sagen kann... "Die ist aber wirklich lieb..." So sein Statement. Er mag sie einfach. Und sie offensichtlich auch ihn.

Springen Großartig, oder?

Wir kommen in die Halle in der ein recht reges Treiben herrscht. Eine junge Dame stritt sich gewaltig mit ihrem großen Braunen, der daraufhin so stieg, dass sie sich zu überschlagen drohten. Fidi guckt staunend bis angespannt, ich angespannt bis panisch und meine zum Mann, der mitkam, um mir gegen zu halten: "Ich hab ein wenig Angst..." Damit war ich auch nicht alleine. Die meisten anderen Reiterinnen blickten ebenfalls mehr als besorgt (um ihrer eigenen und die der Reiterin mehr als bedrohten Sicherheit willen) und ihre Rösser wurden unruhig. Hilft ja nix, denk ich mir, und schwinge mich auf den Pferderücken. Wir schrittschleichen los, der Braune beruhigt sich etwas und Fidi ist vollkommen entspannt. Ich singe mir ein kleines Liedchen vor und plötzlich ist alles wieder da: Ich weiß wieder wie Reiten geht (also, in den Grundzügen Lachen ) und: es macht Spaaaaß!!! Dance
Langes Einfummeln im Schritt, erste Trabtritte... Ich komme wieder rein. Es fühlt sich einfach richtig an. Und mein Hintern sagt: kein Eiern! Auch kein Einknicken. Nicht ein einziges Mal. Ich reite, wie mir geheißen wurde, trabe nur leicht, reite Übergänge, Übergänge, Übergänge und viiieele Bögen (man, war ich bögenmäßig kreativ Lachen ). Und dabei merke ich noch etwas: Fidi biegt sich! Das sollte an sich ja normal sein, aber für "uns" ist das neu! Freude Zwei Mal meint Madame sich gar fürchterlich erschrecken zu müssen und schießt mir unter dem Poppes weg. Aber es macht mir nix aus. großes Grinsen Reiten wir halt nochmal und nochmal und nochmal dran vorbei. Bis alles wieder gut ist. Ich rückbesinne mich an meine Reitneuanfänge von vor knapp viereinhalb Jahren und stelle fest: damals hätte (und habe!) ich in solchen Situationen im Dreck gelegen... Auch diese Erkenntnis freut mich.

Irgendwann wage ich mich dann an ein wenig Galopp: und meine, zu schweben! Dieses Pferd hat einen sooo schönen Galopp! Einfach toll! Kiss Zwei Zirkelrunden auf jeder Hand, dann ist es gut. Fidi schnaubt und grunzt (sie grunzt wirklich, das ist eine der netten Dinge an diesem Pferd!) zufrieden vor sich hin. Am Ende des Reitens kommt dann der glücklichste Moment: ich lasse die Zügel aus der Hand kauen und sie streckt sich wunderbar v/a, Hals rund und tief, der Rücken kommt spürbar hoch und bleibt! Ich pariere in den Schritt und wir enden. Ich bin glücklich! DAS war mal ein schöner Start in das neue Jahr! großes Grinsen
Und am Montag abend habe ich dann meine erste richtige Reitstunde (Einzelstunde - Uff! Lachen ) mit ihr.

Das Video hat mir natürlich wieder Dinge offenbart, die ich lieber nicht gesehen hätte (Soso, so sieht also meine gefühlte tiefe und breite Hand aus? Augenbrauen Was tu ich denn da mit meinen Beinen - die fühlten sich doch "lang" an... geschockt Und: sooooo moppelig bin ich wieder geworden? ). Nun ja, wir haben Zeit, das zu beackern... Das Jahr fängt schließlich grad erst an. Habe ich schließlich auch nur einen Vorsatz: "Geh es alles ruhig an und übe Dich in Gelassenheit..." großes Grinsen

Auf dem Video (ja, ich enthalte es Euch vor, ist es doch kein Machwerk reiterlicher Hochkultur Augenzwinkern ) ist deutlich zu sehen: Fidi tritt bei mir nicht annähernd so mit, wie sie es bei ihrer Besitzerin tut. Auch kommt sie mir noch mehr auf den Kopf, als ich es mir wünschen würde und schiebt nicht wirklich von hinten an (es sei denn, ich trete sie, auch das ist zu sehen). Aber: sie läuft. Und das im Takt! Und das nenne ich mal eine gute Basis!

Als ich sie fertig gemacht hatte wurde ich übrigens auf der Stallgasse von einer anderen Einstallerin angesprochen: sie bot mir an, ab und an ihr Zweitpferd mit zu reiten. Einen neunzehnjährigen, totbraven Schimmel. Sie haben derzeit so viel mit ihrem Jungpferd um die Ohren. Ich habe mich sehr gefreut und schaden wird mir das sicher nicht! Wir werden sehen...

Auf dem Heimweg sagte mein Mann etwas zu mir, was er in Pferdedingen noch nie gesagt hat: "Ich zieh den Hut vor Dir! Das hast Du Dir erarbeitet! Und: ich finde, Fidi und Du, Ihr passt wirklich gut zusammen!" Kiss
Aber mitkommen will er nun erst einmal nicht mehr... Augenbrauen
Ich liebe ihn...

In diesem Sinne: ich wünsche Euch ein wunderschönes, spannendes, gelassenes, gesundes Jahr 2009!

Fidelma

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Samstag, 13. Dezember 2008
Ubiquitäre Reitstallgören
Von Birtes Viechblog, 20:13

Der Begriff "ubiquitäre Reitstallgören" (die tauchen halt immer irgendwo auf...) oder auch kurz URGS (das Geräusch trifft ziemlich passend das, was ich machen möchte, wenn sie mir begegnen! Wuergen ) stammt nicht von mir. Den habe ich da (sehr lesenswert!) geliehen. Heute hatte ich an Fidis Stall die erste unangenehme Konfrontation mit einer Person dieser Gattung.

Boah! Ich könnte echt platzen!

URGS zeichnen sich an eben jenem Stall durch außergewöhnliche Verwöhnheit, dem Besitz von mindestens einem (meistens aber zwei oder drei) höchstpreisiger Zossen (die sie - garniturweise ausgestattet mindestens mit Utensilien der Firma Scapa-Sports, von Reiterkopf bis Pferdefuß, selbstverfreilich farblich passend - entweder gar nicht reiten können, zusammengurgeln oder vermöbeln - meistens jedoch alles zusammen), die niemals nicht grüßen oder süffisant siezen, wenn sie etwas von einem wollen () und die auf gar keinen Fall jemals eine Reitkappe tragen (auch wenn die schweineteuer gewesen wäre, ne, nope, komplett uncool ). Deren armen Geschöpfe sehen natürlich außer ihrem Stall maximal wahlweise noch die Schrittmaschine (Konditrainer hier genannt) oder das Laufband und die Reithalle. Im absoluten Ausnahmefall vielleicht mal hier und da eine Stunde Paddock (alleine, gemeinsam könnten sie sich ja verletzen) und das auch nur bei Sonne, wenn leichtes Hühnerpipi vom Himmel fällt, wird der Gaul panisch wieder in den Stall gezogen, könnte ja nass werden... Trotz aufliegender Regendecke, man weiß ja nie! Alle URGS zusammengefasst würden bei einem IQ-Test (mit abgucken und sich beraten) wahrscheinlich gesammelt bei einem Ergebnis von unter 90 liegen. Und so eine ist mir heute quer gekommen.

Ich wollte das Fidi-Tier longieren. An diesem Stall gibt es zwei Reithallen:
eine ganz große (20x60, vielleicht auch 80, weiß ich nicht genau, groß jedenfalls) und eine kleine (20x40, vielleicht auch 50). Und besagten Konditrainer in dessen Mitte eine Art Roundpen eingebaut ist. Die Außenplätze lasse ich mal außen vor, die waren heute gefrostet.

Ich komme, checke die Lage, sehe die große Halle reitervoll, gehe in die kleine in der zwei Sprünge aufgebaut sind, die aber niemand überspringen will. Die große Halle hat ein Longiertabu, welches ich verstehe und achte. In der kleinen longiert hingegen immer irgendwer. Ich mache das Fiditier also longierfein und zerre es zur kleinen Halle - und höre wen hüpfen. Mist!

Guter Rat ist teuer, ich weiß doch, dass Fidi den Konditrainer hasst.

Dennoch marschiere ich mit ihr dorthin und bitte eine weitere URG (die ist aber wenigstens gut erzogen und ansatzweise freundlich), mir kurz behilflich zu sein. Denn: man muss den Konditrainer ausmachen (warten bis kein Pferd vorm Durchgang steht), aufmachen, ganz durch und dann - ja, und dann? "Ich mach das wieder an, eigentlich ist innen ein Knopf, mit dem man die Maschine auch ein- und ausmachen kann, der ist aber kaputt. Musst Du rufen, irgendwer kommt hier ja immer mal vorbei..."

geschockt

Das Fiditier ist eh sehr nervös und ich werde es auch. Neee, Moment mal! Ich komme hier nicht mehr raus?

Ich bitte die URG einen Moment zu warten, weil ich mir ob Fidis Reaktion nicht sicher bin. Sie willigt dankenswerterweise ein, macht die Maschine an und über uns und neben uns und überhaupt quietscht es und Fidi und ich sind gleichermaßen in Panik. "Mach aus, mach aus!" brülle ich und bitte um Auslass.

Im Zugang zur Halle werde ich angesprochen, wieso ich nicht in die kleine Halle gehe. Ich verweise auf die Springenden und mir wird gesagt, die seien doch eh fertig. Ich atme auf und stapfe, das sich langsam beruhigende Tier an der Hand, in die Halle. Fidi und ich sind sofort in unserem Turn (wir sind mittlerweile auch im Feintuning am Boden aufeinander eingeschossen). Alles ist gut. Bis nach fünf Minuten SIE auftaucht und mich anmacht: "Ich will springen!" "Und ich muss longieren!" Augenbrauen
Und dann geht es los:"Hier ist longieren verboten! (Höh? Seit wann? verwirrt ) "Dafür geht man in den Konditrainer!" *keifzetermotz* Ich erkläre ruhig und sachlich, dass es mir nunmal nicht anders möglich ist, mein Tier zu bewegen und der Konditrainer nach fehlgeschlagenem Versuch nun einmal flach fällt. "Ich kann aber jetzt nicht ne Stunde warten!" *gift* "Na, dann warteste eben mindestens eine halbe..." Maulend zieht sie ab und meint, sie müsse ja eh noch warmreiten. Wie bitte?

Nach 25 Minuten steht sie wieder da. Eine weitere URG zur Unterstützung dazu geholt. Die fragt einigermaßen höflich: "Dürfen wir springen, während Sie longieren?" (remember: ). Nee, sag ich, gebt mir noch fünf Minuten. Sie verziehen sich in eine Ecke der Halle und ratschen vor sich hin, während ihr grad warm gerittene Pferd schön wieder auskühlt. Ganz URG eben... Wuergen

Ich überziehe die fünf Minuten und spule Fidis und mein Programm zwar im Schnelllauf, aber immerhin bis zum Ende durch. Ich hab ihr noch nicht die Abschwitzdecke (die billige aus dem Raiffeisen...) aufgelegt, da höre ich es hinter mir springen (und Fidi zucken)...

Mannmannmann, ich hab echt eine Menge Verständnis und bin ziemlich kompromissbereit, aber nicht, wenn man mich so anmacht! Da kann ich dann auch echt zickig werden: Und diese inflationären URGS an diesem Stall, die bringen mich echt an meine Grenzen. Wenn es nicht grad Fidi wäre, die dort stünde, ich würde einfach Zunge raus machen und verschwinden.
Wird Zeit, dass ich wieder reiten kann... Freitag saß ich übrigens schonmal probehalber wieder drauf. Und Montag nehme ich sogar Reitunterricht mit ihr. Aber das ist eine andere Geschichte...

So, nu hab ich's mir von der Seele geschrieben und danke für Euer Auge.

Es grüßt Euch

Fidelma (mit Fidelia im Schlepptau)

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