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Samstag, 29. März 2008
Fidelma lernt FÜHLEN
Von Birtes Viechblog, 16:59

Hallo liebe geneigte Leser,

Heute ist Samstag, Aldi-Einkauf ist erledigt, Wohnung ist nun sauber, die Waschmaschine verrichtet ihren Dienst auch ohne mein Beisein und zum Stammtisch düse ich erst in ein paar Stunden. Zeit also für einen neuen Bericht. Springen

Am Donnerstag bin ich wieder zum Reitunterricht ins nette Münsterland gefahren. Ich hatte schon am Dienstag meine teuer erkauften neuen "Reitkünste" daheim erproben dürfen.
Meine "alte" Reitlehrerin hatte sich ganz spontan gemeldet und ist mitgefahren, um sich den Stall, den Unterricht und die Pferde mal selbst anzusehen (sie sucht für sich selbst auch nach neuen Trainingsmöglichkeiten - außerdem war sie neugierig, was die da so mit mir anstellen Augenzwinkern ).

Diesmal unterrichtete mich Reitlehrer N° 4: der Schwiegersohn und Mitbesitzer der Anlage. Offenkundig bin ich nun offiziell in den erlauchten Kreis der regelmäßigen Reitschüler aufgenommen worden: ich wurde nach meiner Adresse und meiner Telefonnummer gefragt, außerdem wurde mir die Möglichkeit der Zahlung per Lastschrift oder Kredit- oder EC-Karte angeboten (geschockt kennt Ihr Reitschulen mit EC-Zahlungsmöglichkeiten? Ich - sonst - nich... Respekt ) und - das wertete ich als deutlichstes Zeichen: ich steh auf der Liste! Am Eingang hängt eine Liste der Reitschüler und wer wann welches Pferd zum Reiten bekommt.

Kurz gesagt: Ich bin drin! Rauchen

Auf der Liste stand dann also mein Name neben dem von "Macuba".
Aha... Das Tier ist (wie alles, was mir dort bisher begegnet ist) ein sehr artiges, größeres Warmblut. Fast, aber nicht ganz, so groß wie Amadeus.

Ein Bisschen unglücklich besehe ich mir das Pferd auf der Stallgasse: seine besten Tage hat es offenkundig schon hinter sich. Sie Sattellage sieht aus, als hätte sie schon mehr als einmal Satteldruck erlebt, die Beine, nun ja... Also, am liebsten hätte ich ihn mir ins Auto gepackt, ihn auf ne Wiese gestellt und gesagt: Jung, Du hast genug, mach Dir nen schönen Lebensabend! Trösten

Ich kann bei sowas ja immer schlecht aus meiner Haut.

Dennoch sattele ich, sitze so vorsichtig wie möglich auf, und wir schleichen los. Diesmal sind wir zu viert in der Stunde und haben die ganzen 20 x 60m (das ist aber echt groß und viiiel Platz! geschockt ) für uns. Ich reite, so lange es geht, für mich ganz alleine Schritt. Irgendwann trabe ich an. Der Reitlehrer, der derweil nur beobachtete, schaltet sich ein. Er ist ganz anders als sein Schwiegervater, etwas weniger fordernd, es herrscht eine sehr ruhige Atmosphäre. Auch sehr schön.

Er erzählt mir, das Tier unter meinem Po sei ihr ältestes Schulpferd (dachte ich's mir doch), ich solle mal raten. "24!" platzt es sofort aus mir raus und treffe damit den Nagel auf den Kopf. Mit alten Pferden kenne ich mich ja etwas aus. Augenzwinkern

Macuba sei ein ehemaliges erfolgreiches S-Springpferd, das heute aber nicht mehr viel leisten müsse. Ab und an trage er aber immer noch Reiter durchs Abzeichen. Der Grund, dass ich ihn heute reite sei folgender: ich soll lernen, mich auf die Bedürfnisse und Bewegungsmuster der einzelnen Pferde einzustellen und vor allem einzufühlen! Macuba ist tatsächlich ganz anders zu reiten, als die beiden Pferdchen, die mich zuvor getragen hatten. Langsamer, härter im Rücken, aber nicht triebig. Ich solle mal auf sein Tempo achten, mich darauf einlassen und vor allem auf seine Losgelassenheit hinarbeiten. Er könne und müsse (!) nicht mehr so schnell und viel wie die anderen tun, aber gerade durch die leichte Arbeit erhielten sie ihn gesund. Das leuchtet mir ein und macht mir die Reiterei auf dem Tier wieder deutlich sympathischer.

Ich bekomme zudem den theoretischen Input übers Exterieur der drei verschiedenen Pferde, die ich dort bisher geritten sei und warum sich wie welche Bewegungen anfühlen (z.B., dass die "Härte" - im Sinne von weniger Schwung - in Macubas Rücken u.a. durch seine kurze Fesselung bedingt ist). Ich soll möglichst viel leicht traben.

Mein Sitz wird gelobt. Freak

In dieser Stunde passiert, relativ gesehen, wenig. Ich reite, was mir in den Sinn kommt. Viele Kreisel, verschiedene Handwechsel, mal etwas mehr, mal etwas weniger Tempo und Gang. Der Reitlehrer schaut, korrigiert hier und da ein wenig, und schweigt sonst recht viel. Irgendwann ruft er mich zu sich:

1. Ich solle meine Hufschlagfiguren etwas "ordentlicher" reiten. DAS fällt mir in der Riesenhalle ganz schön schwer. Wo ist denn bitte der Mittelzirkel (ich lande immer im Nirgendwo der Halle)? Wie wechselt man duch die ganze Bahn, ich komme immer irgendwo in der Mitte an? Die vielen Bahnpunkte verwirren mich. verwirrt Vielleicht eine Gewöhnungsfrage...

2. In der Stellung bin ich zu unnachgiebig in der äußeren Hand und in der äußeren Schulter. Ich solle mir vorstellen, ich würde alles, was ich da reite, mit dem Fahrrad nachfahren und im Kopf mal die "Lenkbewegungen" nachvollziehen. Das dann wieder aufs Reiten übertragen, nur weniger. Es klappt leidlich.

3. Wir legen mal ein kleines Pfund drauf: Das Pferd sei gelöst genug, dass ich nun auch mal mehr ausprobieren solle. Vorderhandwendung steht auf dem Programm. Dazu müssen wir aber erst einmal vernünftig stehen üben... Nich gucken (!), fühlen (!), ob das Pferd richtig steht! Leider wirke ich zu stark mit meinen Händen ein und treibe falsch und zu wenig - Macuba marschiert rückwärts. Also alles wieder von vorn: die Hilfen werden gecheckt und, wie heißt ja auch so schön? "Kaum macht man's richtig, klappt es auch!" Kiss Die Übung wird noch einmal wiederholt, dann soll ich wieder alleine üben und ruhig auch aus dem Stand mal antraben. Geht gut. *freu*

Am Ende der Stunde wende ich mich nochmal an den Reitlehrer. Ich weiß, dass ich mir irgendwas ganz komisches auf dem Scheckentier angewöhnt habe. Augen rollen Der hatte irgendein ganz anderes Knöpfchen zum Schenkelweichen. Ich verdreh und verwusel mich dabei auf dem Pferd, fühlt sich alles ganz falsch an und geht vor allem auch nicht! Seitwärts klemmts!

Ich soll auf die Viertel-Bahn reiten (Häh??? Achsooo, zwischen der ganzen und der halben... Ich hänge wieder irgendwo im Nirgendwo) und versuchen, das Viereck wieder zu vergrößern. Ich komme zum Hufschlag. Irgendwie. Aber schenkelgewichen war das nicht! Also erhalte ich den dritten theoretischen Input der Stunde: über die Bedeutung des gegen den (Vibrierenden! Nicht starren! *seufz*) äußeren Zügel treibenden inneren Schenkels und dem Zusammenhang zur ausbrechenden Schulter (ah, da treib ich die Tiere grad hin!). Ich bekomme die Hausaufgabe, bei den nächsten Malen beim Warmreiten verstärkt auch hier auf meinen Sitz und meine Hilfen zu achten und das umzusetzen.

Und dann war die Stunde auch schon wieder vorbei. "Gefühlt" hatte ich beim Trockenreiten ein zufriedenes Pferd unter mir.

Schön war, jemanden bei mir zu haben, mit dem ich dann bei lecker Falaffel hinterher die Stunde nochmal in allen Einzelheiten durchkauen konnte. Mit jemandem, der "vorher" und "nachher" sehr gut vergleichen kann. Kiss
Ich selbst war überhaupt nicht kaputt (hatte auch gestern keinen Muskelkater o.ä.) und hätte mich gern etwas mehr gefordert gefühlt. Deswegen war ich leicht unzufrieden. Das brachte meine "alte" Reitlehrerin zum lauten Lachen: sie war der Meinung, dass ich heute mehr gelernt hätte, als in manchen Monaten. Die würden das schon ganz richtig machen: ich müsse wirklich erst einmal wieder mehr fühlen lernen und ganz für mich Dinge auch ausprobieren dürfen. Sie fand's klasse und ganz genau so richtig für mich. Ach ja, die Fidelma und ihr Ehrgeiz... Augen rollen

Sie hat mich dann aber auch nochmal ganz fett gelobt! *strahl*
Ich hätte laaaaange nicht mehr so schön gesessen und - teilweise auch - geritten. Alles Weitere - und noch mehr - käme dann auch wieder (hinzu?), da sei sie sich sicher.

Eines fügte sie jedoch hinzu: ich solle nicht traurig sein (das bezog sich auf mein verloren gegangenes Scheckentier) - aber ich gehöre einfach auf ein ordentliches Warmblut. Das ergäbe endlich ein Bild! *grummel* böse

Insgesamt ein ruhiger Abend, dessen Nachhaltigkeit mir bestimmt erst später mal bewusst wird. Nächste Woche Freitag geht es weiter...

Ich werde berichten. Augenbrauen

Allen, die ich heute nicht sehe, wünsche ich schon jetzt ein wunderschönes Wochenende.

Liebe Grüße

Fidelma (im Herzen doch Ponyreiterin)

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Freitag, 21. März 2008
Fidelma lernt jetzt REITEN - Lesson 3 - luftige Höhen
Von Birtes Viechblog, 22:35

Namt zusammen, Winken

jetzt, wo der teuer erkaufte und hart antrainierte Muskelkater, der sich heute bis aufs Äußerste pflegen durfte, langsam von dannen schleicht, jetzt also bin ich in der Lage, weiter zu berichten.

Gestern war also das zweite Mal "Sitzlonge für Fidelma-Tag". Ich hätte es ja nicht beschreien sollen. Die da aufzufordern, mich mehr zu fordern, bedarf es (leider? Engel ) keiner Worte.

Ich kam, eine nette neue Reitlehrerin kommt auf mich zu, fragt, ob ich die Richtige sei (also, Ihr wisst schon, sie fragt nach meinem Namen... Augenzwinkern ) und sagt dann: prima, heute hast Du den Amadeus. Sie geleitet mich zu seiner Box und mir schwant wohl, dass Amadeus trotz seines österreichischen Vornamens nicht der Haffi ist, der mich da aus dem Laufstall anlinst. Nein, ein nettes, neugieriges, aber nicht aufdringliches, hellbraunes Pferdegesicht lugt mir auf Zuruf des Namens entgegen. Ist mir sofort sympathisch.
Ich gehe zu ihm in die Box und guck so hoch und... Ui! geschockt DER ist aber groß...

Die Reitlehrerin stellt sich neben ihn und ich frage WIE groß das Tier denn sei? Sie lacht, meint, sie wüsste es auch nicht so genau, aber sie sei 1,74m groß und stellt sich zum Vergleich neben Amadeus: der Widerrist überragt sie noch um etliche Zentimeter. Ich denk mal, so seine 1,78m hat der schon (mindestens!). Ein Hochhaus. geschockt Ich glaube, ich habe noch NIE auf SO einem großen Pferd gesessen.
Wir holen ihn, ich putze ihn (und habe leichte Mühe an den Widerrist heran zu reichen - ich gehöre ja eher zur Gattung der Knubbelgnome) und versuche zu satteln (auch das fällt nicht leicht). Beim Trensen spielt das Tier etwas mit mir: es nimmt den Kopf nicht grad hoch, aber es nimmt ihn auch nicht herunter - was dann so ungefähr in der Genickhöhe der Oberkante meiner Küchentür entspricht. Mit Höckerchen (was sich neben dem Elefanten wie ein Zauberwürfel ausnimmt) bewaffnet, krabbel ich auf ihn drauf.

Ich hatte es schon geahnt - das gute Tier hat einen richtig guten (Neuen! Wow!) Sattel: einen guten Kieffer-Dressursattel mit mächtiger Sitzkrücke Pausche. Nun ist es so: Kieffer-Sättel sind nicht grad für dicke Fidelmapopos gemacht. Vorne hoch, hinten hoch und dazwischen eingeklemmt ganz nah am Pferd. Aber man will ja nich nölen und das Mislingen der Stunde von vornherein ob des Sattels prophezeihen.

Es geht los. Ich fummel mich mittlerweile gewohnt freihändig ein. Linke Hand - prima, meine Schokoladenseite. Augenbrauen

Mann, ist das hoooch! geschockt

Zunächst bekomme ich eine mündliche Einweisung in die Theorie des Treibens im Schritt - und die passenden Kommandos dazu. Denn: "Heute treibe ich so wenig wie möglich mit, das machst Du!" Okeee...

Nach einer Weile, ich treib mich blöd - gefühlt zumindest - und lande immer wieder mit dem Knie (autsch! Augen rollen ) an der Pausche. Tja, da nimmt wohl wer sein Bein zu weit nach vorn...? "Pass auf, dass Du nicht in den Stuhlsitz gerätst - Bein zurück und Absatz immer schön nach unten federn und treiben nicht vergessen..."

Wir traben (leicht) an. Mannometer - zum ersten Mal (also, dass ich mich erinnern kann) bin ich echt froh über das liebe "Maria-Hilf-Riemchen"! Das schau - kelt - a - ber - ganz - schön - dol- le! Nach ner guten Runde trau ich mich loszulassen und freihändig leichtzutraben. Das geht erstaunlich gut! Freude Lob folgt.

Wieder Schritt, wieder treiben, wieder Trab - Aussitzen!
...

Ohohohohohohohohoh! Oh! Das Tier ist gefühlte zwölf Meter lang und schwingt wie eine Hängebrücke. Fidelma rüttel dich und schüttel Dich - eingezwängt und nur gehalten durchs gute Kieffer-Stück.
Und da isser auch wieder: der klopfende Schenkel. Behauptete ich, ich würde treiben, ich würde lügen. "Beine ans Pferd!" (Ja, wie denn? *fleh*)
Irgendwie schaffe ich es irgendwann erst irgendwie mitzuschwingen und dann auch noch den Riemen loszulassen. Prima. Dann können wir ja in den Galopp. Augenbrauen

OHA! OHHHH HA!
Ich lebe ja noch, ihr entnehmt es meinen Zeilen, aber ich bin doch bei dem ganggewaltigen Tier ganz gewaltig ins Schleudern gekommen. "Treiben!!!" (ja, doch...) Irgendwann habe ich zumindest das Gefühl, sitzen zu bleiben. Das soll ich dann auch gleich mal mitnehmen. Und Treiben nicht vergessen. Da! "Gut reagiert - da wollte er nicht durchspringen." *stolz* Freak

Zum ersten Mal bitte ich um eine kleine Pause. Ich pfeife aus dem letzten Loch.

Die Pause wird gewährt, nach aber nur wenigen (gefühlten) Sekunden schallt es vom Schwiegersohn durch die Halle: "Nu macht den ma' wach! Der läuft ja nur auf'm Kopp!" Also wieder: Beine ran und weiter!

Nun werden die Bügel übergeschlagen: im Schritt geht das ja, im Trab gerate ich wieder leicht in Seenot ("Schön mitschwingen, Bein zurück, Schenkel ruhig, Absatz runter, ABSATZ RUNTER, treiben! Halt Dich mal noch fest, ok, jetzt mal los lassen"). Eieieiei... Den Galopp schenken wir uns, man muss ja nix provozieren...

Der Altmeister himself (keine Ahnung, wie alt er ist, aber so auf die siebzig wird er zugehen) dresurreitet hoch erhobenen Hauptes, freundlich grüßend aber leicht missbilligenden Blickes auf mich um uns herum: mir fällt schlagartig der Begriff "Herrenreiter" ein.

Die nette Reitlehrerin meint, sie wüsste nicht, was ich hätte: Mittelpositur wäre in Ordnung. Schenkel wären etwas unruhig, aber sonst... Was ich denn meine, wo meine größte Baustelle wäre? Nun, wenn ich es zusammenfassen darf: der insgesamt unabhängige Sitz. Kommen meine Hände ins Spiel - sehr hart, sehr unruhig! - wird die Angelegenheit deutlich komplizierter. "Aha! Ich sei also ein typischer Handwerker, wie der Chef es immer zu sagen pflege...?" Ja. traurig
Gut, wir nehmen zum Ende also die Zügel hinzu!

An der Longe und mit den Dreieckern ausgebunden habe ich natürlich nicht viel in der Hand. Aber: prompt habe ich überhaupt etwas in der Hand verfalle ich sofort in meine alten Bewegungsmuster! Der Kopf starrt wie paralysiert auf die Hände, die Beine sind vergessen, das Becken fest. Mist!

Ich bekomme wieder einen Vortrag über die Bedeutung von "Reiten mit Kreuz" und dass das so, was ich da veranstalte, nicht ginge. Ich konzentriere mich, gebe alles, wahrscheinlich kommt mir schon Dampf aus den Ohren...
Und auf einmal isses wieder vorbei. Die letzten drei Minuten schaffe ich es wieder, mich einigermaßen gerade zu halten. Die hören - glaube ich - erst mit nem Erfolgserlebnis auf. Und etwas gelobt werde ich auch noch. Gute Pädagogen! Braaav!

Ich schwinge mich schwung- - "VORSICHT! HOCH!" - -voll vom Pferd und lande *rumms* auf meinen Beinen. Aua! Ach ja... Die Höhe... Ganz vergessen...
Das Pferd kommt wieder in die Box und ich marschiere zum Bezahlen ins Büro. Der Schwiegersohn erzählt mir, dass sie demnächst - Termin steht noch nicht - mal nen ganzen Kurs mit Sitzlonge anbieten. Wenn ich will, dann kann ich gerne... Ich glaub, ich würd schon wollen, aber ich muss erstmal mein Konto fragen. Und arbeiten muss ich ja auch wieder. Seine Frau (Stallcheftochter) kommt herein: "Und? Wie war's?" "Anstrengend!" (ich lüge nicht) "Amadeus, oder?" "Hmhm..." Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Augenzwinkern

Nächste Woche Donnerstag abend geht es dann wieder in die Gruppe. Mal sehen, was das nun gebracht hat... Ich werde berichten.

Ich danke für Euer "Gehör"! Freude

Liebe Grüße

Fidelma mit den schmerzenden Beinen

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Mittwoch, 19. März 2008
Fidelma lernt jetzt REITEN - Lesson 2 - back to the roots
Von Birtes Viechblog, 20:59

Hiho!

Am Montag habe ich - dem Größenwahn verfallen - mir gleich zwei Longentermine für diese Woche geben lassen. Ich habe zwei Tage frei, die will ich nutzen. Daumen hoch! Die machen auch kurzfristig viel möglich... Respekt
Als ich am Telefon ankündigte, dass ich, ob der beobachteten Sitzproblematik gerne Sitzlongen haben möchte hörte ich es durchs Telefon deutlich grinsen. Kommentar: "Also sooo schlecht war das nun auch wieder nicht..." Augenzwinkern Aber grundsätzlich fand mein telefonisches Gegenüber (Schwiegersohn) die Idee ziemlich große Klasse. Sie selbst würden sich auch immer mal wieder an der Longe korrigieren lassen. Der Wunsch sei leider nur so selten geäußert.

Heute morgen bin ich dann - diesmal waren die Nerven nicht so blank, ich musste also nicht vorher shoppen gehen Rauchen - losgedüst.

Angekommen teilte man mir wieder den liebschluffigfaulen Braunen zu. Heute erfuhr ich dann auch etwas übers Tier (das mir ob seiner wirklich netten Art schon ein wenig ans Herz gewachsen ist): 21 Jahre alt sei er und habe schon etliche Menschen das Reiten gelehrt. Kiss
Da ich um seine Ruhe wusste, hatte ich auch Null Probleme, mich einfach so auf ihn zu setzen, und gelassen "freihändig" in allen Gangarten zu reiten. Unterrichtet wurde ich heute von einer dort angestellten Pferdewirtin, die ihre Sache gut machte.

Nach ein paar Runden fragte sie mich mit großen Augen, welche Sitzprobleme ich denn meinte zu haben und ob und was ich an Turnieren geritten sei?

geschockt ? Biddu blind?

Wir arbeiteten dann konsequent an einer meiner größten Baustellen: meinen Beinen. Und ich zwang mich zur Losgelassenheit im Becken (welch Oxymoron!). Am Ende der halben Stunde lagen die Beine dann wohl auch da, wo sie hin sollen und ich konnte relativ problemlos (also: relativ!) weich einsitzen und auch der klopfende Schenkel wurde relativ (!) ruhig . Halbwegs zumindest. Schön war auch zu sehen, dass ich es fast die ganze halbe Stunde geschafft habe, gerade zu sitzen.

Am Ende wurde ich von der Stallscheftochter, die derweil ziemlich fein um mich herum dressurritt, gefragt, wie zufrieden ich denn sei? Nun ja, ich meine, ok, bedenke man meine Baustellen... Sie erwiderte: "Och, nö! Da konnte man schon ganz gut zuschauen..." (und das klang seeehr anerkennend).

Ich war gaaaanz stolz! großes Grinsen

Die nette junge Reitlehrerin fragte mich immer wieder nach Pausen (ich denke, mein hochroter Kopf sprach dafür), aber ich fühlte mich die ganze Zeit eigentlich ganz fit. Ich werde morgen sagen, dass sie mich ruhig etwas mehr fordern soll (wenn das mal kein Eigentor wird... Engel ). Bisschen mehr turnen wäre für den Rücken bestimmt gut.

Fazit des Reittages: Sitzen klappt - aber nur, wenn ich dabei nicht "reiten" soll. Augenzwinkern
Aber: ohne Sitzen kein Reiten! Bleiben wir also bei den Basics.

Es dankt für Euer Auge

Fidelma (heute sehr zufrieden Springen )

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Freitag, 14. März 2008
Fidelma lernt jetzt REITEN - Lesson 1
Von Birtes Viechblog, 23:45

Geneigte Leser,

nachdem ich ja nun leider meinen kleinen Schecken verloren habe, musste ich mir Gedanken darüber machen, wie es denn nun reiterlich weiter geht.
Ich hatte beschlossen, mich nicht sofort wieder in eine neue Reitbeteiligungssuche zu stürzen (ich möchte mein Herz nicht wieder an ein Pferd verlieren, das nicht das meine ist...) und mich statt dessen mal auf Unterricht konzentrieren.

Meine "Traumreitschule" (sehr guter Unterricht auf gut ausgebildeten und gerittenen Schulpferden - werden teilweise noch bis in die hohen Klassen auf Turnieren vorgestellt, gute Pferdehaltung) ist doch etliche Kilometer entfernt, aber ich dachte mir, ich probiere es dennoch!

Gestern war der große Tag.

Ich war sooo aufgeregt: hatte ich doch im letzten Jahr so gut wie keinen Unterricht genossen, hatte mich mit dem Scheckentier zwar gut arrangiert, aber reiterlich gut war das nicht. Das wusste ich. Und um meine Defizite weiß ich auch sehr gut.

Ängste plagten mich: Was passiert denn, wenn ich (Aufstieghilfen verwöhnt und an 154cm Pferd gewöhnt) keine Ahnung habe, wie ich auf die Giraffen, die die dort haben, hinauf kommen soll???
Was passiert, wenn die mir sagen: Tut mir leid, aber sie sind doch etwas zu kompakt für unsere Pferde?
Was ist, wenn ich nur TOTALEN Blödsinn verzapfe???

Was tun Frauen, um ihre Stimmung aufzuhellen? Genau! Sie gehen shoppen! Augenbrauen So auch ich: irrerweise kaufte ich mir eine neue (schwarze -> macht schlank!) Reithose und eine ebensolche Weste (nicht, dass ich nicht X-Reitklamotten besitze... Und das, wo ich justamente dabei bin, die Reiterei drastisch zu reduzieren...) .
Der neue Reithelm musste sein, da der gute alte Casco kürzlich seinen Dienst quittierte...

Eine halbe Stunde eher als geplant machte ich mich hibbelig auf den Weg.

Angekommen fragte man mich zunächst, ob ich denn in einer Gruppe reiten könne...? Beim telefonischen Vorgespräch hatte ich angegeben, auf einem guten Pferd ein schlechtes E-Niveau zu reiten...

Öhm... Ja....? Ich denke... verwirrt

Man teilte mir einen ältlichen, schluffig dreinblicken Braunen zu, mit leichtem Karpfenrücken Richtung Kreuzbein (wobei ich schon wieder ein schlechtes Gewissen bekam: da setz ich mich nicht gerne drauf...), der sich brav satteln und trensen ließ und dann ging es ab in die Halle... Die Reiter dürfen eine Viertelstunde vor der Stunde zum Warmreiten hinein (auf Anfrage gab es dann auch eine Aufstieghilfe: Mein Gewichtsargument fiel ins Gewicht... Augenbrauen ). Die am Sattel hängenden Ausbinder ließ ich mal so hängen und schlich... ähm ritt - wie ich es gewohnt bin - erst einmal möglichst lange Schritt. Nach der dritten Runde fragte ich (schon jetzt hochroten Kopfes) nach einer Gerte... Der schluffige Braune ist wohl das liebste Pferd am Stall - ich bin mir sicher, dass es auch das triebigste ist. Der schenkte mir echt keinen einzigen Tritt. UFF!

Um mich herum galopptraversalierte und was weiß ich nicht noch alles... Ui! Mir schwante, dass ich wohl in die Fortgeschrittenstunde geschliddert war...
Und was für einen perfekten Sitz die alle hatten (ausnahmslos!). Mir wurde wieder bange. geschockt

Dann kam der Altmeister himself. Erst ließ er etwas durcheinander reiten, beäugte mich kritisch, die Ausbinder wurden befestigt (was ich echt ok fand, weil ich mich mehr mit mir selbst und weniger mit meinen unruhigen Händen befassen konnte), dann wurde eine Abteilung gebildet. Da sich neun Reiter in der Bahn befanden, hielt auch ich das für angemessen (sonst bin ich nicht so der Abteilungsfan).

Der Unterricht an sich war gut. Ziemlich deutlicher Kasernenton, aber nie persönlich angreifend oder komplett daneben. Ich persönlich komme mit weichgespülten Reitlehrern (die höre ich nie... Augen rollen ) eh nicht so gut klar.

Aber: es klappte echt nix! Das liebtreufaule Tier war ausgesprochen schlitzohrig und nutzte jede Möglichkeit, sich mir und meinen "Hilfen" zu entziehen... Ecken ausreiten? Wieso denn? Wenn Du den Schenkel nicht da hin tust, wo er hingehört? Antraben... Najaaa.... Angaloppieren? Och... Nöööö...
Tja, so ist das, wenn man mehr als ein Jahr nur ein Pferd reitet, das man mehr bremsen als treiben muss... Man kann "treiben" echt verlernen...

*schwitz*

Nach einigen Minuten fragte mich der Reitlehrer: Sag mal, WO hast DU denn reiten gelernt? (Fidelma möchte im Boden versinken)
Und dann kannte der auch noch "meinen" Stall...

Kleinlaut gab ich zu, lange keinen Unterricht mehr genossen, und das letzte Jahr deutlich mehr im Busch, als in der Halle verbracht zu haben...

Als nächstes ging es dann an meinen Sitz: "Jetzt setz Dich doch mal grade hin: SO kommst Du NIE mit dem Kreuz dran!" (ich weiß, ich leide am "Goldsuchersyndrom"...)

Nach ungefähr 20 min. traben und verschiedenen Bahnfiguren ("Hast Du schon jemals eine Volte geritten???" Öhm... Ja... *erröt* - wobei die im Trab war wohl besser als die im Schritt - "Oh! Das war ok! Damit habe ich jetzt nicht gerechnet...")...
Jedenfalls fragte der gute Mensch mich dann, ob ich vielleicht eine Pause bräuchte??? Man vergäße ja oft, wenn man selbst jeden Tag drei oder mehr Pferde reite, dass andere nicht im gleichen Trainingszustand seien... Wie oft ich denn "zu Hause" reite? Ich musste zugeben, seit knapp sechs Wochen nicht mehr wirklich auf einem Pferd gesessen zu haben... Die Pause läutete ich dann tatsächlich nach drei weiteren Zirkeln ein. Schritt. Puh...

Anschließend, man galoppierte munter um mich herum, sollte ich mich doch gleich hinten dran hängen. Aus dem Schrittschleich? Direkt? geschockt

Irgendwie bekam ich das Tier angaloppiert (mit deutlichem Körpereinsatz und - "ERST DAS BEIN UND DANN DIE" - Gerte). Zwei Ründchen und dann hieß es: Mittelgalopp!

M I T - T E L  - G A  - L O P P??? - L A S S - M I C H - D A S - T I E R - D O C H - B I T - T E - B I T - T E - E I N - F A C H - N U R  - I N - D I E - S E M  - T E M - P O - HA - HA - HA L - T E N!

AHA!  "Na, wieso ist denn der Fuß DA? Das liegt am hochgezogenen Knie... (ich weiß...) Und wieso ist der vorwärtstreibende Schenkel überall, aber nicht am Gurt??? AM GUUHURT! Ja, Sakra!"

Weinen Es ist kein Geheimnis. Schon meine Schulsportlehrer haben sich ein Bein an mir ausgerissen: mein Körpergefühl reicht mal grade so für "ich weiß wo ich oben anfange und wo ich unten aufhöre" - meistens hab ich auch meine Breite im Gefühl (scheitere ab und an an Türzargen...) - aber das isses dann auch: ich bin eben ein Bewegungslegastheniker...

Nach einer Weile wird mir die nächste Pause angeboten: aber die Blöße gebe ich mir nicht! Nein! Wenn man mich bei irgendwas packen kann, dann bei meinem Ehrgeiz. Die Raucherlunge gibt Pfötchen, der Kopf platzt fast, ich schwitze wie ein Stier (wieso hab ich nur so ne dämliche Weste an?) - aber ich halte durch. (Ich fahre doch nicht 45 Minuten durch die Wallachei, mach den Tank ein Viertel leer, zahle dann noch gutes Geld für die Reitstunde und mach dann schlapp? Nö!)

Jetzt geht es richtig los: Alle Mann Füße aus den Bügeln und mit der rechten Hand an die linke Fußspitze - ich komme so halbwegs bis zum Schienbein... Augen rollen
Turnen ist nun angesagt...

Der Reitlehrer spricht: "Ich lobe wenig, das wisst Ihr! Wenn ich NICHTS sage, ist das Lob genug!" (sic!)
Warum sagt er denn dann einfach nix zu mir...? *stöhn*

Und plötzlich heißt es: Zügel aus der Hand kauen lassen, trockenreiten... Das Tier wird von den Ausbindern befreit, die Stunde ist um. Ich mache das leidensfähige Etwas, das mich (er-) getragen hat nachtfein und muss beim Trensenreinigen in einen Spiegel sehen! (Das muss doch Absicht sein, dass der da hängt! Weinen )

In der Sattelkammer frage ich eines der toll sitzenden Mädels, dass ihr federnd leicht laufendes Pferd doch wohl kaum ein Schulpferd gewesen sei...? Sie sieht mich nur erstaunt an: das waren doch ALLE Schulpferde! Aha? Oha!

Heute habe ich Muskelkater. Und den dringenden Wunsch ein WW-Treffen zu besuchen! Und ich sehne mich doch ein wenig nach juckeligen Ritten durch den Busch...
Aber der Masochist in mir spricht: das war saug**l!

Also werde ich nächste Woche wieder hinfahren. Vielleicht lasse ich mich erstmal eine Weile wieder an die Longe nehmen (back to the roots). SO sitzen (vom Reiten ganz zu schweigen) möchte ich nämlich auch ganz gern tun können...

Der Entschluss ist fürs Erste gefasst: Fidelma lernt jetzt reiten!

Liebe Grüße

Fidelma (die gestern abend den direkten Weg von der Wanne ins Bett genommen hat - selbst zum Haarefönen war ich zu müde Schlaf )

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