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Sonntag, 18. Oktober 2009
Seelenpony
Von Birtes Viechblog, 15:18

Hui... Ich wurde in die Berichtpflicht genommen! Dann leg ich mal los...

Seit nun vierzehn Tagen gehöre ich zu Lillis Harem. In dieser Zeit stellte meine neue Reitlehrerin folgende Baustellen fest: ich reite keine Übergänge (und derer muss ich vielevieleviele reiten), sondern ich pariere durch, stelle mich dazu in die Bügel, ziehe am Zügel , schlurre dann ein paar Schritte oder Tritte und fange dann erst wieder zu reiten an. DAS ist neu. geschockt Außerdem - alte Baustellen *seufz* - meine Mittelpositur ist zum Weggucken... Der Grundsitz als solcher ist wohl besser als früher, aber gut geht anders. Und natürlich die immer noch nach unten hängende Reiterrinnenrübe (Zitat: "Glaub mir, der galoppiert auch, wenn Du ihm nicht dabei zuguckst!") und die Hände, die nie so nachgeben wollen, wie sie sollen. *nochmalseufz*

Das Credo des neuen Reitunterrichts (gestern Abend wohlfeil von der RL formuliert): "Versuch es, alles immer korrekt zu reiten! Mogle Dich niemals durch, und wenn es doof aussieht, sieht es doof aus, hauptsache Du bemühst Dich um korrektes Reiten! Dann kommt alles andere auch!" Ok, packen wir also den Tiger in den Tank.

Was ne wirklich gute Sache ist, ist, dass sie ihn auch reitet, seine Mucken wie seine Stärken kennt, ihn ziemlich gern hat und auch Nadine bei ihr Unterricht nimmt. Das ergibt am Ende so etwas wie ein Gesamtausbildungspaket fürs Pony und alle beteiligten Frauen.

Gestern Abend war wieder Lillitime. Und ich hatte ne echt schlechte Woche hinter mir. Also, ich will ja wirklich nicht rumjammern, aber da hat wirklich jeder einzelne Tag mit seinen verschiedenen Hiobsbotschaften für ein halbes Jahr gereicht. Gestern war ich nur noch platt. Und ich wollte nur noch den Kopf unter die Decke stecken und sagen: geht doch alle weg! Aber es wartete ja nunmal das Pony. Vorsichtig versuchte ich gegen 17:00 Uhr Nadine zu erreichen, um zu fragen, ob in die Hufe gucken und Nasestreicheln auch ausreiche? Sie ging jedoch nicht ans Handy, was ich als Zeichen deutete.

Kaum am Stall angekommen blitzte der vor Schmutz starrende Herr Fjord mich außerordentlich freundlich unter seinem Walleschopf an. Wie schön, er mag mich! Als er feststellte, dass ich KEINEN Begrüßungskeks mitgebracht hatte (infam!) flaute die Freundlichkeit jedoch etwas ab... Nun denn: 18:00 Uhr, ich hab ne Menge Zeit, die Stunde beginnt um 19:15 Uhr. Ich widme mich einer akribschen Ponypflege und mach noch entspannt die Box (ich muss ja sagen, das kenne ich sonst aus meinem Reiterinnenleben nicht zwingend: dieser Standbymodus, in den Lilli dabei verfällt - ich war wirklich zwischendurch versucht, an der hängenden Unterlippe rumzuspielen - der ist wirklich praktisch ). Und mit jedem Dreckskrümel, den ich vom Pony oder aus der Box entferne, wird mein Herz leichter. Es war eine gute Entscheidung, nicht nur in die Hufe zu gucken! Freude
Um 19:00 Uhr - ich wollte grad fegen und dann satteln, kommt eine Reitschülerinaus der Reitstunde "davor" in die Stallgasse: geschockt Ihr seid schon fertig?
"Ja, weißt Du nicht? Heute fangen die Stunden ne Viertelstunde eher an...!" Ich sattele und trense fluchs (bei letzterem - Lilli ist jetzt wieder hellwach - streiten wir darüber, ob man beim Trensen stehenbleiben muss - das tut er schließlich bei seinen anderen Frauen auch - muss ich sagen, dass ich gewonnen habe und das Pony etwas schmollte? ). Das nette Mädchen war so freundlich für mich zu fegen und Pony und ich marschierten flott in die Halle. Also ich marschierte flott, das Pony latschte immer noch beleidigt hinter mir her... Um Viertel nach sieben sitze ich ordnungsgemäß auf dem Pony, meine Mitreiterinnen aber auch erst. Irgendwie hatte das niemand so richtig mitbekommen. Wir sind zu dritt, maximal zu viert. Das passt. Schrittschleichwarmreiterei mit Freundin auf Dressurwarmblut an der Seite... Bis wir zur Ordnung gerufen werden. Ich fange an, grooooße Bögen zu reiten: Zirkel bei A, Mittelzirkel, Zirkel bei C, Schlangenlinien drei Bögen sowas halt... Ich fühle mich sehr durchdacht. "So, nu fang mal an, ihn auch zu BIEGEN..." Und ich bekomme entsprechende Korrekturen. Es geht ans Traben, an Biegungen, an Tempiwechsel und Übergänge. Wie aus dem Lehrbuch. "Du bekommst ihn nur rund, in dem Du immer wieder Biegung, Biegung, Biegung und Übergänge, Übergänge, Übergänge reitest." Mir wird warm. Lilli auch. Uuuund ans korrekte Eckenausreiten und der Biegung in den Ecken. Huiuiui. "Du kommst mir nicht genug mit dem innerern Schenkel durch! NEIN! Nicht jeden Schritt rausbollern, sondern energische klare Impulse geben und dann wieder laufen lassen..."

Wie gesagt: korrekt reiten!

Ok, das Pony soll mehr an den Schenkel und ich bekomme Ansagen dazu. Schenkelweichen, Volten, Zirkel vergrößern und verkleinern, Übergänge, Übergänge, Übergänge... Mittlerweile sind wir bei (Schritt-Trab hatten wir, Schritt-Halt ebenso, Trab-Halt auch) bei Schritt-Galopp. "So, und an der langen Seite galoppierst Du, immer ein paar Sprünge Kontergalopp ("Bitte was?"), durchparieren, Handgalopp, durchparieren usw." Der Außengalopp klappt auf Anhieb, das Durchparieren... Also, auf den Punkt geht anders. Auch der Wechsel zwischen Hand- und Konter geht für mich und Pony auf der linken Hand sehr gut. Rechts weiß ich plötzlich nicht mehr wie ich links angaloppiere. Aber der Knoten platzt schnell. "Sooo, damit der mal wach wird und auch aufpasst - AHA!"

Hu! DAS meint Ihr also mit elektrisch am Bein. Und rund macht er sich auch und wird auch ganz weich. Da flieg ich gleich ne Etage höher... Macht Spaß! großes Grinsen

Dummerweise, vor lauter Glückseligkeit bau ich fast einen Unfall. Also, ich bin da nicht allein dran schuld: ich trabe rechte Hand an der langen Seite auf C zu, meine Freundin galoppiert auf eben jenem Zirkel linker Hand (da sind die Regeln doch eindeutig, nö? verwirrt ) und plötzlich kommt von der Seite unsere dritte Mitreiterin ( Wo kommt die denn her? Wohl durch die ganze Bahn gewechselt?). Jedenfalls kann meine Freundin nicht mehr nach rechts, noch nach links ausweichen, ich auch nicht und sie bekommt auch ihr Ross nur mit erweitertem Bremsweg zum Stehen. Ich schwöre: es hat gequietscht. Unsere Pferde stehen Nase an Nase (gut, dass die sich richtig gut leiden können). DAS hätte auch ins Auge gehen können. Die RL zetert: 20 x 40m Platz, das sind 800m² - und zwei Pferde stoßen zusammen? Eeieiei...

Langsam aber sicher ist die Stunde beendet. Ich solle leichttrabenderweise die Zügel aus der Hand kauen lassen und bekomme sofort den nächsten Rüffel: "Du sollst den dabei nicht wieder auf die Vorhand knallen lassen, DAS ist nicht Sinn der Sache." Trotzdem bin ich mit der Stunde zufrieden. Es ist 20:15 Uhr.

Reiten ist aber noch nicht abgeschlossen: Lilli schwitzt wie Bolle! Um 20:50 Uhr frage ich mich: wie lange denn noch trockenreiten? Und zum allerersten Mal, sehne ich mich nach nur einer klitzekleinen Luxuseinheit aus Fidis Nobelstall, in dem ich ansonsten ja kreuzunglücklich war: überdachte Führanlage und Solarium... DAS wäre jetzt super... Wir haben aber nur unsere Stallgasse und die Abschwitzdecke auf dem Rücken und zockeln rüber. Ich rubbel und putze Lilli, wie ne wilde Wutz und als ich die Hufe einfetten will, passiert es:

*strull*

...

*strull*
Au Weia! DAS gibt Lack!*
...

*strull*

Der hört gar nicht mehr auf!*² geschockt Und Pinkelnlassen auf der Stallgasse ist bei uns ein absolutes NoGo... Zum Glück ist der Streitlehrer in Urlaub und nur der Junior da. Und wie mir der Ponymann leid tut... Das waren gefühlte 97 Liter! Ich pack ihn in die Box. Aus der leeren Nachbarbox (das Pferd ist mit dem Streitlehrer in Urlaub) klau ich mir massenweise Stroh, um die Stallgassenbescherung aufzusaugen. Klappt aber nur leidlich. Immer wieder springe und stampfe ich drauf rum, schieb es von links nach rechts. Alle Vorbeikommenden (inkl. Juniorchef - Puh) können sich ein Haha nicht verkneifen.
Ok, es ist mittlerweile halb zehn... Ich versuche, meinen Mann zu erreichen. Der hat mich bestimmt schon auf die Verlustliste gesetzt. Mein Akku ist alle...

Und weil ich eh nix Anderes zu tun habe, hock ich mich zum, immer noch abschwitzenden Pony in die Box und klage ihm mein ganzes Seelenleid der vergangenen Woche. Er hört mir aufmerksam zu und schnuffelt an mir rum (also, ehrlich gesagt, suchte er nur den Keks und fragte gleichzeitig: was machst Du da in meinem Bett? verwirrt - aber das ignorierte ich) - sowas hab ich das letzte Mal mit elf gemacht, oder so... Und ab jenem Moment ist Lillebror mein Seelenpony. Irgendwer schrieb im Fjordforum:  "Who needs a therapist? I've got a Fjord..." Wie wahr, wie wahr. Kiss

Um 21:43 Uhr hat das Stroh die Bescherung so weit aufgesaugt, dass ich mich ans Fegen machen kann. Der Weg zum Mist ist dunkel, lang und matschig, aber ich überstehe ihn ohne weitere Unfälle.

Um 22:09 Uhr hat die Abschwitzdecke wirklich ihren Dienst getan und die Ponyfellkonsistenz ist auf "mangelfeucht" herabgedampft. "Schranktrocken" wäre mir lieber, aber ich kann es nicht ändern. Meine RL schaut nochmal rein und beruhigt mein Gewissen: jetzt kann die Decke wirklich runter. Morgen wird er geschoren...

Ich fahre nach Hause und habe ein gutes Gefühl. Danke Pony! Küsschen

Und Euch danke ich für Euer Auge! Habt einen schönen Sonntag!

Es grüßen

Fidelma und Lillebror

--
Fußnoten

* ruhrpöttisch für "RICHTIG Ärger"
*² ich hatte wegen der Abschwitzdecke weder den ausgefahrenen Schlauch, noch die breitbeinige Ponyhaltung bemerkt

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Freitag, 02. Oktober 2009
Fidelma lernt Reiten - Staffel III: Lillebror
Von Birtes Viechblog, 23:11



Hallo!

ein Bild sagt mehr als 1000 Worte, sagt man doch, ne? Höhö... Kann ich mir ja das Schreiben sparen. Mach ich aber nicht. Augenzwinkern

Erst heute wurde ich wieder gefragt: "Wann schreibste denn mal wieder nen Reitstundenbericht?" Hmm, mangels Reitstunden eine aktuell schwierige Angelegenheit... verwirrt
Und dann bekam ich noch ne Frage: "Bekommt der Lilli denn auch seine eigene Geschichte?"

Und da konnte ich nur sagen: "JA!" Freude

Viele von Euch haben "Fidelma lernt Reiten" (Staffel I) gelesen, etliche von Euch haben "Fidelma und Fidelia" (war: Fidelma lernt Reiten, Staffel II) verfolgt, viel Unterstüzung erfuhr ich in diesem Jahr hier bei der Suche nach MEINEM Pony. Dass ich bei letzterer nicht erfolgreich war, das stellt sich heute als richtig heraus. Manchmal geht das Leben eben seltsame Wege und meiner mundet aktuell in einen familiär sehr schwierigen, so dass das Projekt "Fidelma kauft ein Pferd" auf Eis gelegt ist (was aber nicht heißt, dass es auf ewig gestorben ist). Engel

Und dann macht einem das Leben auch kleine Geschenke: und ich hab nun ein ganz tolles bekommen! Es heißt Lillebror (liebevoll "Lilli" genannt), ist elf Jahre alt und hier im Forum kein ganz Unbekannter (Winken an Nadine).

Lilli und ich verstanden uns sowohl an der Hand als auch unterm Sattel auf Anhieb. Er findet mich, das zeigt er mir immer wieder, irgendwie genauso gut, wie ich ihn. Wir kennen uns schon etliche Jahre.
Seine "Hauptfrau" und ich haben uns in den letzten immer mehr angefreundet. Schon seit über einem Jahr darf ich immer mal wieder meine "Reitkünste" auf ihm erproben oder er diente mir in schwierigen Zeiten als "Therapiepony". Kiss Da Lilli jedoch auch noch zwei Nebenfrauen hatte (besonders monogam isser nicht Augenzwinkern ) führten wir im Laufe des letzten Jahres eine stille, aber nicht minder leidenschaftliche Affaire... Augenzwinkern

Und nun hat sich eine seiner Nebenfrauen von ihm scheiden lassen... Man muss sagen, die Trennung fiel ihnen nicht leicht: sie wollte mehr von ihm für sich haben, was seiner Hauptfrau weniger behagte, da sie ein ebensolches Ansinnen verfolgte. Eine unglückliche Situation. Aber sie bot die vollkommen unverhoffte Chance, Lillis und meine Beziehung quasi zu legalisieren (den formellen Weg bestritt ich in der Einrichtung eines Dauerauftrages mit der Kennzeichnung "Lillebror" - was meinen bänkischen Sachbearbeiter zu wirklich fünfmaligem Fragen: "WIE heißt das Pferd?" verwirrt veranlasste Lachen ).

Und nun, mit Beginn dieses Monats, ist es offiziell: ich werde Lilli einmal wöchentlich reiten. Reitunterricht wird es bei der verhältnismäßig neuen Schwiegertochter unseres SB geben, die Lilli auch bereitet. Probeunterricht und kritischstes Beäugen desselben ließen keine Fragen offen und machen Mut, dass ich weiter reiten lernen werde. Augenbrauen Und sollte ich mehr reiten wollen, habe ich immer noch die Möglichkeit, weiter zu meiner CR-Reitlehrerin zu fahren. Ich halte das für eine gute Ergänzung (ich persönlich finde ja, Warmblutreiten parallel zum Ponyreiten ist immer eine gute Sache) und das läuft ja auch nicht weg.

Lilli ist, wie man den Bildern entnehmen kann, ein ziemlich vielseitiges, lustiges und charakterstarkes Pony: von ZL, über Dressur und Springen. Möglich ist mit ihm alles. Nur Ziehen, das hat er bisher nicht gelernt. Im Übrigen ist er der Bruder von Sandis Attila und der Enkel von Marakeschs Lotte. Viel Familie also hier im Forum. Winken

Irgendwann, wenn sich Vieles für mich und meine Familie geklärt hat und alles wieder so etwas wie einen Alltag bekommt, dann werde ich mich auch wieder auf die Suche nach einem ganz eigenen Pony machen. Aber bis dahin freue ich mich sehr auf die Zeit mit Lillebror. großes Grinsen

Morgen geht es offiziell los. Ich freu mich drauf und werde bestimmt immer mal wieder berichten! Rauchen

Aber eine Sache muss ich noch vorweg sagen (ich sage es nur ein Mal und werde es auch nie wieder tun, versprochen! Lachen ): Lillebror hat einen HAMMERGEILEN Schopf! Oder?

Liebe Grüße,
Fidelma

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Sonntag, 19. April 2009
Aufbruch in ein neues Leben...
Von Birtes Viechblog, 21:21

Hallo zusammen,

lange habe ich nichts mehr geschrieben. Nun gibt es aber etwas Neues, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: nach mittlerweile knapp drei Monaten Schritt führen und keiner deutlichen Verbesserung beim Kontrollschallen (und vielen emotionalen Aufs und Abs) hatte Fidelias Besitzerin nach Rücksprache mit dem Tierarzt beschlossen, dass dem Tier eine einjährige Weidepause gegönnt wird. Während ich auf einer Dienstreise war, hatte sie einen wirklich schönen Offenstall in Hervest-Dorsten (klickst Du hier) ausfindig gemacht. Wir besuchten den Stall noch einmal gemeinsam und auch ich war sehr begeistert. Der Umzugstermin wurde fest gemacht und gestern war nun der große Tag!

Alle waren seeehr aufgeregt: wie würde Fidi sich nach nun fast drei Monaten Boxenhaft verhalten? Wie würde sie mit der Weite und der Offenheit klar kommen? Was sagt sie zu neuen Pferden? Und, und, und... Zugegeben: ich freute mich einfach! Springen

Um acht in der Früh trafen Fidis Besitzerin ich uns am Stall und räumten erst einmal den ganzen Krempel, der so einem Pferd gehört, ein und fuhren die erste Ladung rüber. Man erwartete uns schon. Die neue SB war auch sehr aufgeregt, was ich sehr süß fand. Kiss Wir erfuhren, dass heute noch ein weiteres neues Pferd ankäme, ein dreijähriger Isi-Hengst, der aber direkt auch heute noch dort kastriert werden sollte. geschockt Okeee...

Ein letztes Bild aus der Box:



Fidi wurd noch einmal fein und natürlich transportfähig gemacht (inkl. Notfallglobulis Augenzwinkern ):



Und los ging es:



Fidi ging - wie immer - sehr brav auf den Hänger, aber die recht kurze Fahrt (ca. 5km) fand sie ziemlich aufregend. Ich fuhr mit dem Restzeug (wie einer Kleinigkeit von 50kg Hafer im Kofferraum Augenzwinkern ), hinterher und hatte sie ganz gut im Blick:



Wir kamen punktgenau mit den Menschen mit dem Isi-Hengst auf den Hof gefahren. Die luden dann neben uns ab, was uns zunächst skeptisch stimmte (zumal der kleine Kerl sich seiner Männlichkeit seeehr bewusst war und das Stutentier blitzschnell anflirtete Augen rollen ). Fidi nahm es jedoch vollkommen gelassen, was die neue SB nicht nur beruhigte, sondern auch begeisterte.
Der kleine Hengst wurde zum Warten auf den Tierarzt in die kleine Halle verfrachtet und uns wurde Fidis Paddock zugewiesen. Vorsichtshalber packten wir sie mit allem ein, was ein Pferd so schützen könnte und Fidis Besitzerin und Fidi zogen los.



Da Fidi schon ganz gut an der Hand angeweidet ist war abgesprochen, dass sie einen Paddock mit etwas Gras bekommt. Die Idee dahinter war, dass sie dann hoffentlich nicht SOFORT abspackt, sondern erst einmal die Nase ins Grün steckt. DIESER Plan ging auf! großes Grinsen



Dass der Plan sooo gut aufginge, damit hatte aber nun niemand gerechnet. Lachen Fidi interessierte sich für NICHTS mehr. Nicht für die ausgeprochen interessierte Nachbarschaft,



nicht für die völlig neue Umgebung,



nur das bisschen Grün war interessant!



großes Grinsen

Auch, dass auf dem Hof ordentlich Gerummel war, weil die Kälber (viele Kälber! geschockt ) abgeholt und zum Bullenmäster gebracht wurden. Bei sowas kann ich ja zugegebenermaßen nicht gut hingucken. traurig Von der mittlerweile anwesenden neuen Stallgemeinschaft wurden wir herzlich empfangen.

Wir stellten die These auf, dass Fidi vielleicht noch nicht gerafft hatte, dass sie sich bewegen kann? Prinzessin Valium? Hatten die paar Globuli eine solch durchschlagende Wirkung?
Wir beobachteten sie eine ganze Stunde, aber NICHTS tat sich. geschockt Also beschlossen wir, uns erst einmal häuslich einzurichten, den Hänger zu reinigen, eben alles zu tun, was nach einem solchen Umzug zu tun ist.
Irgendwann hörten wir dann aber doch mal Hufgeklapper aus Fidis Paddock. Ahhh! Aufgewacht? Sie hatte ihre Nachbarn zur Rechten entdeckt. Von "abspacken" konnte jedoch nicht die Rede sein: Stechtrab hoch zum Stall (kein Lahmen zu sehen! Springen ) - ein wenig Imponiergehabe dem neugierigen Wallach vom Nachbarpaddock gegenüber - und dann gaaanz gesittet im Schritt wieder runter zum Gras.

So ein Offenstall ist ja nun ganz etwas Anderes als der Turnierstall aus dem wir kamen und wir stellten fest, dass wir auch nicht alle Utensilien (anderes ist nun vollkommen überflüssig...) dabei hatten. Der Hafer z.B. muss ja auch ein Zuhause haben. Also machten wir uns auf den Weg zur nächsten Genossenschaft und kauften noch ne Futtertonne. Da der ganz nah am alten Stall liegt, kehrten wir dort noch einmal schnell ein und holten die noch bestellten Möhren. Bei allem Gemecker und meiner persönlichen Erleichterung, dort nicht mehr hin zu müssen: an Fidis leerer Box vorbei zu gehen, war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl. Zu Gute halten muss man, dass wir (besonders aber natürlich Fidis Besitzerin) einen wirklich herzlichen Abschied von den Anwesenden bekamen!

Zurück am neuen Stall kamen wir just zur Kastration des jungen Isis dazu. Öhm... "Zimperlich darfste hier nicht sein" sagte die neue SB zu mir, als ich mir nicht mehr mit ansehen konnte, welche Probleme der arme kleine Kerl beim Wachwerden und Aufstehen hatte.

Fidi war nach wie vor vollkommen entspannt, stand aber mittlerweile wieder oben. Wir befreiten sie von aller "Schutzkeidung". War wirklich einfach nicht notwendig. Und DANN entdeckte sie doch noch ihr persönliches Monster... Lachen

DAS



war Paddocknachbarin auf der anderen Seite. Ich meine, das Pony ist natürlich bemitleidenswert, aber: sieht sie nicht aus wie aus einem Ritter-Comic? Ich konnte bei dem Anblick nicht mehr an mich halten...

Fidi brauchte sehr lange um zu verstehen, dass unter dem ganzen Gerümpel tatsächlich nur ein Pony steckte. Sie strahlte ein fasziniertes Gruseln aus. Aber spätestens beim stutigen Gequietsche war die Sache dann auch für sie klar! großes Grinsen

Als wir uns - unterbrochen von immer wiederkehrenden Fidibeobachtungen - eingerichtet hatten, hatte Fidi auch genug. Sie stand oben und schien zu sagen: "Netter Ausflug heute, aber können wir jetzt wieder nach Hause fahren?" Ich glaube, das wird noch eine ganze Weile dauern, bis sie angekommen ist. Aber es ließ sich sehr gut an. Die nächsten Nächte wird sie noch in einer Box im Stall verbringen. Aber dann wird sie auf "ganz draußen" umgestellt. Morgen kommt dann das erste fremde Pferd zu ihr...

Als wir uns auf den Weg machten und uns verabschiedeten, stand die SB bei Fidi, kraulte sie und hatte ihr grad etwas Heu gegeben, welches das Pferd friedlich mümmelte. Mit diesem Bild im Kopf konnten wir mit einem guten Gefühl nach Hause...

Es dankt für Euer Auge,

die Fidelma

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Dienstag, 10. Februar 2009
Fidelma lernt Reiten - Staffel II
Von Birtes Viechblog, 12:14

Nachdem bekannt wurde, dass Fidi wieder eine lange Zeit nicht reitbar sein werde, machte ich mir Gedanken, wie und ob ich weiter reiten wollen will. Die Entscheidung dort nachzufragen, wo ich die letzten guten Erfahrungen gemacht hatte, lag nahe. Man muss sich diesen Stall nicht als klassische Reitschule vorstellen. Es ist ein eher kleiner Stall mit einigen Einstallern. Die Stallbesitzerin erteilt auf Anfrage Unterricht auf ihren eigenen Pferden und Ponys oder Leuten, die mit eigenen Pferden kommen. Ich rief sie an und sie war recht bestürzt ob Fidis Diagnose und bot mir eine ihrer beiden Stuten an: "Das könnte passen..." meinte sie. Wir vereinbarten einen Termin für vergangenen Samstag. Und nun geht es also los mit:

Fidelma lernt Reiten - Staffel II
Episode I: Reiten mit Herz und Verstand - aber mit ohne viel Hand

Am Samstagmorgen war ich - wie immer, wenn etwas Neues ansteht - ganz schön aufgeregt. Wir hatten zehn Uhr vereinbart, mir war aber im Nachgang nicht mehr ganz klar, ob zehn Uhr auf dem Pferd oder am Stall... Also fuhr ich einfach mal ne halbe Stunde eher hin - und holte die Dame dann leider vom Frühstückstisch weg (naja, die Hunde sahen mich und machten freudigen Rabatz). Ich wollte gern ne wache Reitlehrerin haben und schickte sie zurück zu ihrem Kaffee - sie verriet mir, wo das Tier, das sie mir anvertrauen möchte, sich befindet und wo ich das passende Putzzeug dazu finde. Kein Problem.
An der Box angekommen war mir ein Pferdepo zugedreht, der mich erstmal erschreckte: da fehlte was, aber gewaltig! Der Schweif - komplette Rübe... ab! geschockt Nur drei Haare auf einem kleinen Stumpf. Oh weh... Armes Pferd. geschockt
Ich sprach das Tier - Penny ihr Name - an, sie drehte sich zu mir um und ich blickte in ein hellwaches, wunderschön ausdruckstarkes Pferdegesicht. Hat dieses Pferd schöne Augen... *schmilz*
Meine dritte Wahrnehmung war dann: Dreck! Ach, herrje... Ich bin verwöhnt: abgesehen vom Schecken waren alle "meiner" Pferde in den letzten beiden Jahren (teil-) geschoren und / oder eingedeckt. Dieses nicht. Penny ist nicht klein, sogar noch einen Ticken größer als Fidi, eigentlich ein klassisches braunes Warmblut, sieht aber aktuell mehr aus wie ein verkappter Isländer auf Heimaturlaub. Was für ein Winterfell! Und wenn man meiner These "Ein schmutziges Pferd ist ein glückliches Pferd..." folgen mag, dann war Penny extrem glücklich! Zum Glück war die Schlammkruste trocken... Augenbrauen

Peny ist angebunden freundlich, ein Bisschen stutig, war etwas beleidigt, dass in meiner Tasche doch kein Keks steckte ("Aber Du hast das gesagt und es riecht auch so..." "Ich weiß, tut mir leid, da war auch einer drin, aber nun nicht mehr, hab ich vergessen, sorry...") und artig. Irgendwann kommt ein netter Mann herein, der sich als der Gatte der RL vorstellt (auch sehr nett) und fragt, ob er schon mal den Sattel holen solle? Gerne, danke. Seine Frau käme sofort. Alles mit der Ruhe...

Ich mache Penny also reitfertig und weil mir Dreieckszügel mitgeliefert wurden mach ich die auch gleich mal dran, natürlich ohne festschnallen.

Die Reitlehrerin kommt zeitgleich mit Fidis Besitzerin und wir machen uns zu viert auf in die Halle. Stehen bleiben beim Aufsitzen ist nicht so Pennys Stärke, aber kaum sitze ich oben fühle ich mich pudelwohl. Kennt Ihr den Effekt: man setzt sich auf ein wildfremdes Pferd und alles in einem sagt: Jo, alles klar. Keine weiteren Fragen. Danke.

Ich reite am langen Zügel ne ganze Weile an, fummel mich ein und die RL erzählt mir etwas übers Pferd: erfolgreich gesprungen sei sie, bis MB. Dreizehn wäre sie und hätte fast ebenso viele Besitzer gehabt... traurig Seit einem Jahr gehöre sie ihr und beim ersten Ritt hätte sie zunächst nur auf zwei Beinen gestanden. Penny hätte fürchterliche Angst vor einer harten Hand gehabt. Es hätte sehr lange gedauert, bis sie wieder Vertrauen gefasst habe. Noch ein: Oh weh, armes Pferd... Weinen Noch immer habe sie Angst, wenn jemand mit zu viel Hand reite und außerdem Probleme bei der Längsbiegung. Nicht, dass sie es nicht kann, aber sie tut sich schwer. Grundsätzlich muss sie aber ursprünglich mal eine sehr gute Grundausbildung genossen haben, da sie heute sehr fein zu reiten sei.

Wie mir denn der Sattel passe (ein neuer Sommer Dressur-Sattel)? Hm, ich gebe zu, dass ich finde, dass er mich durch den hohen Hinterzwiesel sehr nach vorne setzt und insgesamt etwas klein für mein ausladendes Hinterteil sei... Wenn ich mich bewusst in den tiefsten Punkt setze, dann flutschen meine Knie über die Pauschen. Wir werden sehen: das Tier habe auch noch einen guten V/S-Sattel. Sie prophezeit mir, dass dieser Sattel jedoch klar bei mir bewirken werde, dass ich in den Hüftbeugern offener werde. Genau da werde ich Muskelkater bekommen. Heute kann ich sagen: Autsch, sie hatte Recht. Augenzwinkern

Ich komme zwar zum Treiben, aber Penny reagiert viel mehr auf meinen Hintern. Die Ausbinder werden ganz lang (erstes Loch... weil sie bei Unsicherheit zum Kopfhochreißen neige) verschnallt und auf Geheiß hin traben wir an. "Spann mal nur Bauch- und Gesäßmuskeln an..." Und das Hotte trabt... geschockt Wir traben und traben und traben und ich werde geheißen darauf zu achten, wann sie mir unter dem Hintern wegläuft (auch dazu neigt die Stute) - sie hat ganz schön viel Go! Ich soll weicher einsitzen, viel weicher, noch weicher... Und "Sie hat sehr viel Schwung, das wirst Du ja schon bemerkt haben, dadurch bist Du beim Einsitzen nicht weich, du "tackst" auch noch einmal nach... Merkst Du das? Dann wird sie immer schneller..." verwirrt Also, DAS hat mir noch nie einer gesagt. Ich solle mich mal darauf konzentrieren. Und auf einmal merke ich das: es stimmt! Einsitzen - hopshops - aufstehen - einsitzen - hopshops - aufstehen... Nicht einen Trabtritt zu viel, sondern in der Bewegung... DAS ist mir echt noch nie aufgefallen und es hat auch noch nie einer gesagt. Was ich einerseits an Rückenspannung zu viel habe, habe ich hier zu wenig. Und zwar genau in jenem Augenblick. Feintuning. Ich bekomme die Bügel noch ein Stück kürzer geschnallt und soll versuchen, mein Gewicht wirklich mal auf den Fußballen zu bekommen. Und weiter leichttraben. "Sehr schön läuft sie, guck mal wie zufrieden sie rumsabbert, lob sie, sie taucht so schön ab!"

Und immer wieder: Hand weg! Ganz vorsichtig sein, ganz weich. Ich versuche umzusetzen, was sie mir bei Fidi gesagt hatte: meine Hände mal auf Breite meines Körpers zu halten, mich im Oberkörper zu strecken und locker die Schulter fallen lassen - also mal ganz raus aus meiner gewohnten (leicht verkrampften) Haltung - und ich ... fall fast vom Pferd! Hu! Das einfach ein neues Körpergefühl. Ich verlier dadurch fast die Balance. Nun denn... Was jahrelang drin ist, kriegt man nicht in ein paar Minuten raus.

Ich soll Übergänge reiten und Penny reagiert wirklich auf jedes kleine Zucken meiner Pomuskeln. Leider auch, wenn ich nur versuche, mich wieder zurecht zu setzen. Lachen *flüster* Was passiert denn, wenn ich mal pupsen muss? *flüster*

Ich soll die Zügel mehr aufnehmen, denn Stellung und Biegung lässt sich nunmal nicht gänzlich ohne reiten und "...jetzt reit mal an der nächsten langen Seite ein Schulterherein!"

Äh...

Also, wir haben schonmal festgestellt, dass ich das nicht kann. Also nicht richtig. Ich hab Probleme damit, meine Hüfte unabhängig von meinem Oberkörper zu drehen. Ok, das sparen wir uns für später mal auf. Dann Schenkelweichen. "Reite aus der nächsten Ecke kehrt und dann lass mal den Schenkel weichen." Es ist wie verhext! Ich schaffe es nicht! Rechts geht es einigermaßen, aber links: no way! Wieder die alte "ich verdreh mich"-Geschichte. Auch daran müssen wir arbeiten...

Dann geht es ans "Halt" - ich lobe Penny und bekomme dafür eins auf die Mütze. "Was möchtest Du, wenn Du Dein Pferd halten lässt?" "Äh, das es steht?" (ich meine damit gleichmäßig) Die RL lacht Lachen und meint, nun ja, das sei schon das vordringliche Ziel, aber WIE es denn stehen solle...? "An den Hilfen...?" "Genau! Und deswegen lobst Du mit der Stimme und schmeißt nicht die Zügel weg..." Ich solle versuchen, sie ein paar Schritte rückwärts zu richten. Auch das gelingt mir eher mau. Das ist doch verrückt: ich reit sowas ja nun alles wahrlich nicht zum ersten Mal, aber ich krieg es hier kaum hin. Und ich kann noch nicht sagen, was anders ist. Das Pferd ist schließlich nicht anders ausgebildet, noch nach irgendeiner Guru-Hupp-Methode geritten. Verkrampft? Zu hart? Verspannt? Verkopft? Ich weiß es nicht... "Atme tief in den Bauch!"

Zum Abschluss traben wir wieder und ich soll wie beim letzten Mal in den leichten Sitz gehen und federn. Und hier werde ich (Engel ) richtig gelobt! "JETZT sitzt Du wunderbar ausbalanciert..." Yeah! Freak "Jaaaa.. Richtig so...!"

Ich reite lange trocken und bin zufrieden. Penny auch. Sie ist total entspannt und wird auf den Paddock entlassen, auf dem sie sich erst einmal wieder ordentlich einsult. Lachen

Fidis Besitzerin hat sich das alles genau angesehen und meinte nachher zu mir: von DER (und ich glaube sie meinte sowohl Stute als auch RL Augenzwinkern ) wirst Du eine ganze Menge lernen. Hier biste erstmal gut aufgehoben!

Das Gefühl habe ich auch. Nächsten Samstag um zehn geht es weiter. Dann lasse ich meine RL aber ihren Kaffee genüsslich austrinken. großes Grinsen

Liebe Grüße

Fidelma

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Freitag, 30. Januar 2009
Freud und Leid und Hoffnung
Von Birtes Viechblog, 23:46

Hallo zusammen,

nach dem erfreulichen Erlebnis vom letzten Samstag gibt es nun Trauriges zu vermelden. Aber der Reihe nach:

Zuerst der Stand von Mittwoch:

Sie lahmte schon wieder. Weinen Weinen Weinen
Nicht nur Eiern, sondern jetzt echt grenzwertiges Lahmen. Wieder hinten rechts, bzw. in der Diagonalen scheint sich das auch nach vorne links durchzuziehen...

Ich hatte sie noch nicht gesehen weil ich auf Dienstreise war, aber sie ist am Sonntag wohl wie von der Biene gestochen an der Longe rumgesprungen und war Montag Abend in der Stunde erst leicht lahm und lief sich ein (das kennen wir ja). Am Dienstag Abend war es dann wohl sehr schlimm. Dienstag hatte sie Führpause. Ihre Besitzerin wollte versuchen, noch in dieser Woche einen Termin in der Klinik zu bekommen. Fünf Monate rumdoktorn mit TA vor Ort, x-Mal Osteo und Physio... Fünf Monate auf und ab. Mir war echt nicht klar, dass wir schon so lange ein "Trio" sind.
Gestern war ich da und stellte sie in den Kondi-Trainer. Weiter leichtes lahmen vorn. Meiner Meinung nach links...

Heute waren wir in der Klinik. Hier das Ergebnis:

1. Fidi hat vorne rechts eine Fehlstellung - d.h. der Huf ist an der äußeren Seite (also ich meine die rechte Trachte) höher als an der Innenseite. Sie rollt beim Auffußen von außen nach innen ab. Dies bereitete dem TA sofort Sorgen und er hoffte, dass dies eine neuere Entwicklung sei, damit die Sehnen (noch nicht) gelitten hätten. Kann durch entsprechenden Beschlag behoben werden. Beugeprobe war positiv.

2. Beugeprobe hinten rechts ebenfalls positiv. Röntgen des Sprunggelenkes: Spat in Reinform. Sprunggelenk ist aber noch im Prozess des Verknöcherns.
Beugeprobe hinten links unauffällig, wurde aber gleich mitgeröngt: auch hier Spat, aber schon vollkommen verknöchert. Das heißt, die mittlere Gelenkspalte ist gar nicht mehr auf dem Röntgenbild zu erkennen.

Auch hier kann mit entsprechendem orthopädischen Beschlag und ausreichender Bewegung geholfen werden. Die Rückengeschichte war wohl eher eine Folge der Arthrose. Irgendwie setzt sich das alles wie ein Puzzel zusammen (der Unfall im Sommer trug sicherlich noch etwas dazu bei, aber da hätten wir noch bis zum St. Nimmerleinstag physiotherapieren lassen können... So lange der Prozess im Laufen ist hätte sich abgesehen von dem, das sich verändert hat, nichts am Gangbild geändert).

3. Am Ende dann eine Horrordiagnose: nach Leitungsanästhesie vorne rechts auf allen vier Ebenen (nach Plätten der ersten drei lahmte sie immer noch), Abstasten und Schallen: Einriss des Fesselträgers... Weinen Allerdings meint der TA, dass sie da noch massives Glück gehabt hat (das Bein war ja nicht einmal dick!): die Sehne sei noch zu 90- 95% belastbar.

Die Prognose geht nun in alle Richtungen:

Spat sollte man bei ergriffenen Maßnahmen in den Griff bekommen. Er sagt, dieser Befund sei für ein vierzehnjähriges Pferd insgesamt sehr ungewöhnlich. Das sei normalerweise eher bei vierjährigen Pferden so und fünfjährig abgeschlossen. Sollte sich binnen zwei Jahre nichts ändern, erst dann müsse man über eine Berentung nachdenken. Von einer OP rät er ab.

Die Sehne... Der Riss ist neu und wahrscheinlich am Sonntag beim Rumspringen an der Longe entstanden. Da der Schaden aber vergleichsweise klein sei, besteht keine allzu große Sorge. Natürlich kann dies ihr Schwachpunkt werden. Es kann aber nach der Rekonvaleszens sein, dass sie sogar wieder "sporttauglich" werde (trotz und mit vernünftig be- und gehandeltem Spat). Aber das muss man sehen. Wir sollen auf mittelhartem Boden Schritt führen oder Schritt reiten (ab sofort) - aber eben kontrolliert. Paddock oder Schrittmaschine, in denen man sie nicht unter Kontrolle habe - ein falscher Sprung und die Sehne reißt weiter ein oder ab! - fallen flach. Und das für mindestens drei bis sechs Monate! Weinen Es ist also wieder Geduld gefragt. Dass sie derzeit so schlank ist (gewogen haben wir dann auch gleich noch: 547kg bei 1,67m Stock) sei eher gut für ihre derzeitige Situation. Deswegen werde ich auch nur führen! Erstmal... In den nächsten Tagen und bei Bedarf bekommt sie Equi.
Nächstes Schallen ist in acht Wochen. Sollte sich nichts am Fesselträger gebessert haben, soll über eine neue Eigenplasma-Behandlung nachgedacht werden, von der ich schon gehört habe (wurde mit Erfolg bei dem Pferd einer lieben Bekannten durchgeführt).

So, das isses also. Ich bleibe / werde also (wieder...) Führ- Putz- und Tüddelbeteiligung. *seufz* Das eingesparte Geld werde ich bei der RL, bei der ich am Samstag diese tolle Reitstunde hatte, in Reitunterricht auf deren Pferden investieren. So plane ich das jetzt jedenfalls - ich muss noch mit ihr sprechen... Augenzwinkern

Im ersten Moment waren Fidis Besitzerin und ich wirklich sehr geschockt und haben auch ein paar Tränen verdrückt. Wir haben dann den heutigen Abend gemeinsam chinesisch essend in ihrem Wohnzimmer nett verbracht und nun geht es uns beiden besser: wir denken, wir bekommen das hin! Außerdem haben wir endlich einen richtigen Ansatzpunkt. Freude

Tja, so liegen Freud und Leid in wenigen Tagen ganz dicht beieinander. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf!

Und wenn mich mal der Mut verlässt (und das wird er sicher zwischendurch), dann brauche ich Euren Zuspruch...

Liebe Grüße

Fidelma

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