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Sonntag, 19. April 2009
Aufbruch in ein neues Leben...
Von Birtes Viechblog, 21:21

Hallo zusammen,

lange habe ich nichts mehr geschrieben. Nun gibt es aber etwas Neues, das ich Euch nicht vorenthalten möchte: nach mittlerweile knapp drei Monaten Schritt führen und keiner deutlichen Verbesserung beim Kontrollschallen (und vielen emotionalen Aufs und Abs) hatte Fidelias Besitzerin nach Rücksprache mit dem Tierarzt beschlossen, dass dem Tier eine einjährige Weidepause gegönnt wird. Während ich auf einer Dienstreise war, hatte sie einen wirklich schönen Offenstall in Hervest-Dorsten (klickst Du hier) ausfindig gemacht. Wir besuchten den Stall noch einmal gemeinsam und auch ich war sehr begeistert. Der Umzugstermin wurde fest gemacht und gestern war nun der große Tag!

Alle waren seeehr aufgeregt: wie würde Fidi sich nach nun fast drei Monaten Boxenhaft verhalten? Wie würde sie mit der Weite und der Offenheit klar kommen? Was sagt sie zu neuen Pferden? Und, und, und... Zugegeben: ich freute mich einfach! Springen

Um acht in der Früh trafen Fidis Besitzerin ich uns am Stall und räumten erst einmal den ganzen Krempel, der so einem Pferd gehört, ein und fuhren die erste Ladung rüber. Man erwartete uns schon. Die neue SB war auch sehr aufgeregt, was ich sehr süß fand. Kiss Wir erfuhren, dass heute noch ein weiteres neues Pferd ankäme, ein dreijähriger Isi-Hengst, der aber direkt auch heute noch dort kastriert werden sollte. geschockt Okeee...

Ein letztes Bild aus der Box:



Fidi wurd noch einmal fein und natürlich transportfähig gemacht (inkl. Notfallglobulis Augenzwinkern ):



Und los ging es:



Fidi ging - wie immer - sehr brav auf den Hänger, aber die recht kurze Fahrt (ca. 5km) fand sie ziemlich aufregend. Ich fuhr mit dem Restzeug (wie einer Kleinigkeit von 50kg Hafer im Kofferraum Augenzwinkern ), hinterher und hatte sie ganz gut im Blick:



Wir kamen punktgenau mit den Menschen mit dem Isi-Hengst auf den Hof gefahren. Die luden dann neben uns ab, was uns zunächst skeptisch stimmte (zumal der kleine Kerl sich seiner Männlichkeit seeehr bewusst war und das Stutentier blitzschnell anflirtete Augen rollen ). Fidi nahm es jedoch vollkommen gelassen, was die neue SB nicht nur beruhigte, sondern auch begeisterte.
Der kleine Hengst wurde zum Warten auf den Tierarzt in die kleine Halle verfrachtet und uns wurde Fidis Paddock zugewiesen. Vorsichtshalber packten wir sie mit allem ein, was ein Pferd so schützen könnte und Fidis Besitzerin und Fidi zogen los.



Da Fidi schon ganz gut an der Hand angeweidet ist war abgesprochen, dass sie einen Paddock mit etwas Gras bekommt. Die Idee dahinter war, dass sie dann hoffentlich nicht SOFORT abspackt, sondern erst einmal die Nase ins Grün steckt. DIESER Plan ging auf! großes Grinsen



Dass der Plan sooo gut aufginge, damit hatte aber nun niemand gerechnet. Lachen Fidi interessierte sich für NICHTS mehr. Nicht für die ausgeprochen interessierte Nachbarschaft,



nicht für die völlig neue Umgebung,



nur das bisschen Grün war interessant!



großes Grinsen

Auch, dass auf dem Hof ordentlich Gerummel war, weil die Kälber (viele Kälber! geschockt ) abgeholt und zum Bullenmäster gebracht wurden. Bei sowas kann ich ja zugegebenermaßen nicht gut hingucken. traurig Von der mittlerweile anwesenden neuen Stallgemeinschaft wurden wir herzlich empfangen.

Wir stellten die These auf, dass Fidi vielleicht noch nicht gerafft hatte, dass sie sich bewegen kann? Prinzessin Valium? Hatten die paar Globuli eine solch durchschlagende Wirkung?
Wir beobachteten sie eine ganze Stunde, aber NICHTS tat sich. geschockt Also beschlossen wir, uns erst einmal häuslich einzurichten, den Hänger zu reinigen, eben alles zu tun, was nach einem solchen Umzug zu tun ist.
Irgendwann hörten wir dann aber doch mal Hufgeklapper aus Fidis Paddock. Ahhh! Aufgewacht? Sie hatte ihre Nachbarn zur Rechten entdeckt. Von "abspacken" konnte jedoch nicht die Rede sein: Stechtrab hoch zum Stall (kein Lahmen zu sehen! Springen ) - ein wenig Imponiergehabe dem neugierigen Wallach vom Nachbarpaddock gegenüber - und dann gaaanz gesittet im Schritt wieder runter zum Gras.

So ein Offenstall ist ja nun ganz etwas Anderes als der Turnierstall aus dem wir kamen und wir stellten fest, dass wir auch nicht alle Utensilien (anderes ist nun vollkommen überflüssig...) dabei hatten. Der Hafer z.B. muss ja auch ein Zuhause haben. Also machten wir uns auf den Weg zur nächsten Genossenschaft und kauften noch ne Futtertonne. Da der ganz nah am alten Stall liegt, kehrten wir dort noch einmal schnell ein und holten die noch bestellten Möhren. Bei allem Gemecker und meiner persönlichen Erleichterung, dort nicht mehr hin zu müssen: an Fidis leerer Box vorbei zu gehen, war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl. Zu Gute halten muss man, dass wir (besonders aber natürlich Fidis Besitzerin) einen wirklich herzlichen Abschied von den Anwesenden bekamen!

Zurück am neuen Stall kamen wir just zur Kastration des jungen Isis dazu. Öhm... "Zimperlich darfste hier nicht sein" sagte die neue SB zu mir, als ich mir nicht mehr mit ansehen konnte, welche Probleme der arme kleine Kerl beim Wachwerden und Aufstehen hatte.

Fidi war nach wie vor vollkommen entspannt, stand aber mittlerweile wieder oben. Wir befreiten sie von aller "Schutzkeidung". War wirklich einfach nicht notwendig. Und DANN entdeckte sie doch noch ihr persönliches Monster... Lachen

DAS



war Paddocknachbarin auf der anderen Seite. Ich meine, das Pony ist natürlich bemitleidenswert, aber: sieht sie nicht aus wie aus einem Ritter-Comic? Ich konnte bei dem Anblick nicht mehr an mich halten...

Fidi brauchte sehr lange um zu verstehen, dass unter dem ganzen Gerümpel tatsächlich nur ein Pony steckte. Sie strahlte ein fasziniertes Gruseln aus. Aber spätestens beim stutigen Gequietsche war die Sache dann auch für sie klar! großes Grinsen

Als wir uns - unterbrochen von immer wiederkehrenden Fidibeobachtungen - eingerichtet hatten, hatte Fidi auch genug. Sie stand oben und schien zu sagen: "Netter Ausflug heute, aber können wir jetzt wieder nach Hause fahren?" Ich glaube, das wird noch eine ganze Weile dauern, bis sie angekommen ist. Aber es ließ sich sehr gut an. Die nächsten Nächte wird sie noch in einer Box im Stall verbringen. Aber dann wird sie auf "ganz draußen" umgestellt. Morgen kommt dann das erste fremde Pferd zu ihr...

Als wir uns auf den Weg machten und uns verabschiedeten, stand die SB bei Fidi, kraulte sie und hatte ihr grad etwas Heu gegeben, welches das Pferd friedlich mümmelte. Mit diesem Bild im Kopf konnten wir mit einem guten Gefühl nach Hause...

Es dankt für Euer Auge,

die Fidelma

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