Beeplog.de - Kostenlose Blogs Hier kostenloses Blog erstellen    Nächstes Blog   


Du befindest dich in der Kategorie: Pferdiges

Sonntag, 25. Januar 2009
Eine besondere Reitstunde...
Von Birtes Viechblog, 11:09

oder: Ich bin der König der Welt...!

Hallo zusammen,

seit Beginn dieses Jahres (ja, ich denke, man kann es jetzt so formulieren) sitze ich ja nun wieder mehr oder weniger regelmäßig auf Fidis Rücken. Allerdings hatte ich bisher erst eine richtige Reitstunde, in der sich die Reitlehrerin aber recht zufrieden zeigte… „Viiieeel besser als im Sommer…“ lobte sie mich. In dieser Stunde hieß sie mich, Volte, Übergang, Volte, Übergang, Volte, Übergang zu reiten und immer wieder "Stell sie mehr durch! Sei nicht so zaghaft!" Ich war nicht unzufrieden, aber überrascht, sagte sie doch so wenig zu meinem Sitz, zu meinen Händen, zu meinen Beinen (ich kenne meine Baustellen, schaffe es aber irgendwie nicht, sie zu bearbeiten)...

Gestern bekam ich dann eine Reitstunde der besonderen Art geschenkt. Um halb zehn solle ich in Reitsachen am Stall sein, wir fahren weg. Dies teilte mir Fidis Besitzerin mit. Aha? verwirrt großes Grinsen Ich wusste, dass sie an jenem Morgen selbst einen Gutschein für eine Reitstunde bei einer Reitlehrerin, die nach Sally Swift ("Reiten aus der Körpermitte" - Centered Riding) unterrichtet, einlösen wollte (hatte sie selbst geschenkt bekommen). Eins und eins zusammen gezählt ergab für mich: ich soll auch? geschockt

Der Stall ist sehr nah an Fidis Stall gelegen, genau zwischen meinem Heimatstall und dem neuen. Ich kannte ihn etwas, weil mein altes Stütchen Diana vor zwei Jahren in der "Kyrill-hat-das-Stalldach-abgedeckt-und-das-muss-nun-repariert-werden-Zeit"
kurzfristig dorthin evakuiert war. Mit Fidis Besitzerin und einer gemeinsamen Bekannten waren wir schon einmal zum Unterrichtgucken da, aber ehrlich gesagt ist mir davon lediglich "Es war saukalt" und "winzige Halle" in Erinnerung geblieben. War also damals nicht besonders eindrücklich.

Gestern dafür umso mehr. Wir machten's Pferd fertig, luden auf, fuhren los und Fidis Besitzerin teilte mir mit, ihr Geburtstagsgeschenk für mich sei ebenfalls eine Reitstunde bei dieser Dame. Danke! Kiss Sie wollten gemeinsam sehen, ob ich sie auf Fidi bekäme (ihre Besitzerin sollte zuerst), oder ob ich eines der Schulpferde reiten solle. Ich war gespannt.

Angekommen fand Fidi natürlich alles erst einmal super spannend. Beim Abladen habe ich mich kringelig gelacht: ein augenscheinlich älteres Pony stand zusammen mit einem großen Wallach auf dem angrenzenden Paddock und glotzte. Alle Pferde guckten neugierig, aber dieses Pony glotzte. Habt Ihr das schon einmal beobachtet, wenn so ältere Herren, eindeutig im Ruhestand, neben arbeitenden Menschen stehen (z.B. gerne an kleineren Baustellen) und denen ganz genau auf die Finger gucken, keinen Pieps sagen, aber enervierend dabei sind? So glotzte das Pony. Konnte es nicht richtig gucken, wechselte es die Position und glotzte mit kugelrunden Augen weiter. Lachen Der große Wallach hingegen musste demonstrieren, dass er doch (im Geiste) ein Hengst sei und legte bannich Imponiergehabe an den Tag. "Eine Stuuuuuute! Und sie ist rossig! Sie her, was für ein toller Hecht ich bin!"Lachen

Die Reithalle ist wirklich klein (keine 20x40) und zu allen Seiten so abgeschlossen, dass keiner rein- und niemand rausgucken kann. Auch kein Pferd nicht. Das fand Fidi nun nicht mehr nur noch spannend. Sie wurde sehr spannig und ich war froh, dass ihre Besitzerin und nicht ich mich auf ihren Rücken setzen sollte. Die Reitlehrerin stellte sich vor und als sehr sympathisch heraus. Sie erzählte, grad aus Bayern von einem Seminar eines Stecken-Schülers zurück zu sein. Eine ganze lange Weile beobachtete sie Fidi und stellte dann eine erste "Diagnose": Fidi sei, wie bei Dressurreitern leider oft üblich, direkt am Anfang schon zu eng geritten geschockt (und dabei finde ich gerade, dass ihre Besitzerin mit sehr feiner Hand reitet und eigentlich nie zu eng - also relativ zu dem, was ich da sonst so im Stall immer sehe) und dann Doppel- geschockt geschockt - sie habe einen deutlichen Taktfehler im Schritt. Auch hier wurde wieder Heuschmann zitiert (ist irgendwie grad en vogue, oder? Ist ja auch richtig, aber man hört es wirklich an allen Ecken und Enden - allerdings kam es hier alles, nur nicht "nachgeplappert" rüber). Sie übte mit Fidis Besitzerin einige Dinge zum Thema Atmung, An- und Entspannung und nach nur wenigen Runden fragte sie: "Und? Merkt ihr's?" Allerdings - es war wirklich ein deutlicher Unterschied im Schritt zu sehen. Der war nämlich auf einmal wirklich schreitender! geschockt Dann ging es an die Trabarbeit - generelle Ziele wurden vereinbart (reiten mit viel feineren Hilfen) und schwubsdibubs hatten Fidi und ihre Reiterin es raus, nur auf ein leichtes Anspannen von Bauch- und Rückenmuskulatur hin anzutraben. DAS will ich auch können! Fidi entspannte total und lief ganz, ganz locker in Dehnungshaltung, aber schön schwingend und vor allem sich selbst komplett tragend! Erinnert ihr Euch: vor einigen Monaten war dies nicht möglich. Die Kraft hat sie also aufgebaut, nur gezeigt hat sie es noch nie so deutlich! Ich freute mich wie Bolle! Die RL lobte sehr und meinte dann aber, es sei Zeit, aufzuhören. Ich sei an der Reihe...

Öhm...
Ich wollte das so zufriedene Pferd eigentlich nicht weiter belasten, man soll doch immer aufhören, wenn... Nun denn. Die RL wollte mich jedenfalls auf ihr reiten sehen.

Wieder beobachtete und fragte sie. Ich erzählte ein wenig über mich und meine "Reitkarriere" während ich mich einfummelte. Ihre Diagnose betraf dann auch diesmal weniger das Pferd, denn mich. Zuerst einmal bekam ich die Bügel ein Loch kürzer geschnallt. Und dann, nun ja, sie benannte meine Baustellen (sind halt immer die Gleichen und jeder, der halbwegs gucken kann, sieht das auch auf den ersten Blick) aber diesmal bekam ich echt hilfreiche Bilder, um daran arbeiten zu können. Stückchen für Stückchen arbeiteten wir an den verschiedenen Dingen, um sie nach und nach zusammen zu fügen (natürlich sind sie jetzt nicht weg, aber ich habe eine Idee!). Ich wurde von meinen Bögen geholt (keine Bögen? ),
da ich das Pferd dort aktuell nur störe... Eine Sache, die mir besonders wichtig wurde war der Satz, dass ich nicht gegen meinen eigenen Körper reiten solle, sondern mit ihm und auch mit seinen "Unzulänglichkeiten". Ich wurde also aus meiner Form, in die ich mich gerne presse, heraus geholt - DAS fiel mir ganz schön schwer, gab aber ein echtes Aha-Erlebnis ! Und dann stellte sie fest: "Du reitest viel zu sehr mit Deinem Kreuz!" Höh? Zu viel Kreuz? Entspannung war angesagt, loslassen im Rücken, gerade so viel Spannung, um aufgerichtet zu sein. Und siehe da: auf einmal merkte ich etwas, was mir völlig verloren gegangen war - Ich saß wieder! Ich spürte meine Sitzhöcker deutlich - und ich glaube nicht, dass das (nur) an den paar verlorenen Pfunden lag... Eine Übung, die mir aus Reken wohl vertraut war, war dann das Traben im leichten Sitz (Fidi war völlig verwirrt verwirrt ), um den Schwung mal wirklich nur nach unten rauszulassen. Auch beim Leichttraben würde ich mich nur mit dem Kreuz hochziehen und dabei viel zu hart und angestrengt sein. Um einmal zu fühlen, wie es sich richtig anfühlt, wenn das Gewicht auf den Füßen - und zwar nur dort - sei, spielten wir "Titanic". Nein, nicht das Sinken, sondern diese Szene in der Leo mit Kate am Schiffsbug... Ach, seht selbst:


Ich bin der König der Welt...!


Auch ne sehr, sehr gute Balance-Übung. Ich bin echt froh, dass Fidi so ein liebes Tier ist... Lachen Kiss

Und nach alldem, da klappte das auch plötzlich (meistens jedenfalls pfeif ) mit dem Antraben durch Muskelanspannung und: ich hatte NICHTS mehr in der Hand. Einfach nur ein locker, flockig zufrieden trabendes Tier. Eine Gerte (Sporen trage ich ob meiner unruhigen Beine eh nicht) brauchte ich an diesem Tag nicht. "Lob sie, lob sie, lob sie!"

Fidis Besitzerin sagte, es wäre so interessant gewesen zu sehen, wie eirig Fidi anfangs unter mir lief und wie entspannt und locker sie wurde, desto mehr ich entspannte. Dies war eine sehr wertvolle Erfahrung! Da waren wir nicht zum letzten Mal!

Fidis Besitzerin und die RL verließen die Halle, um ein paar Dinge zu klären und ich blieb allein mit Fidi zurück (hatte schon abgesessen, um noch ein paar Runden zu führen). Das gefiel Madame aber gar nicht! "Hilfeeee!" wieherte sie "Ich bin alleine in diesem Kasten!!!" Na, vielen Dank auch. Ich vertraue ihr echt, sie mir anscheinend aber nur auf "eigenem Grund und Boden"

Macht nix... Wir haben Zeit! Für alles... großes Grinsen

Ich bin wirklich dankbar, eine Pferd-Besitzerin-Kombination gefunden zu haben, die mir ein solches Lernen ermöglichen. Küsschen

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Die Fidelma

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 01. Januar 2009
Back in the saddle again...
Von Birtes Viechblog, 19:18

Hallo zusammen! Winken

Ganz oft wurde ich in den letzten Wochen (zumeist im Chat) gefragt: "Och, Fidelma, wann schreibste denn endlich mal wieder einen Bericht...?" und meine Standardantwort lautete stets: "Wenn es wieder etwas zu berichten gibt!" Augenzwinkern

Et voilà! großes Grinsen

Vor knapp drei Wochen wurde ich zum ersten Mal wieder auf Fidis Rücken gesetzt. Nur so knappe zwanzig Minuten und die waren wirklich mehr... Puh? Also: mein ganzer Körper sagte damals "Reiten? Wie ging nochmal Reiten? So? Neee... So? Neee, auch nicht! Huch - das schaukelt! Treiben? So? Ne... Hmpf?" Ich hatte das Gefühl, dass jegliche Bewegungserinnerung von irgendwas aus meinem Hirn vertrieben worden war... Außerdem sagte mein Hintern, Fidi liefe leicht eirig, sobald ich nicht nachtrieb und sie knickte auch zwei Mal leicht hinten ein. traurig Ich stellte mir damals wieder die alte Frage, ob es wirklich schon an der Zeit sei, dass ich sie wieder reite. Bei ihrer Besitzerin läuft sie ja nun schon sehr lange glasklar und immer schöner... Gleichwohl wurde eine Reitstunde für den darauffolgenden Montag festgemacht. Allein mein Körper sagte wieder "Nope" und fesselte mich mit einer Grippe dick eingemummelt für über eine Woche an die heimische Couch. Im Weihnachts- und Turniertrubel war dann wieder nur longieren angesagt. Ehrlicherweise kam mir der Gedanke ans Reiten auch irgendwie absurd vor: Ich sollte mich wirklich wieder auf dieses Pferd setzen? Fidi und ich hatten uns am Boden ja mittlerweile wirklich aufeinander eingeschossen... Reiten? Seltsam... Schön, aber seltsam...

Heute mittag war es dann so weit. Es gab gleich doppelten Grund zur (Vor-) Freude: einerseits freute mich natürlich der Gedanke ans Pferd, andererseits war aber auch mein Liebster, der sich bis dato standhaft weigerte, Fidi auch nur anzugucken ("In diesen Stall setze ich keinen Fuß!" Er ist da mehr so, hm, also sagen wir es einfach so: er hat es nicht so mit Pferden und Reitern schon gleich gar nicht...) gestern auf ein ganz, ganz zaghaftes Nachfragen sofort bereit (welch List! Augenzwinkern ), mich mit seiner neuen Kamera (großes Grinsen ) reitend zu filmen. Und dazu musste er ja nunmal mit.

Wir kamen am Stall an und ich stellte Mann und Pferd einander vor. Diejenigen von Euch, die Fidi bereits persönlich kennenlernen durften haben ja schon festgestellt: sie hat eine ausgesprochen freundliche Natur und so eroberte sie auch SOFORT das Herz meines Gatten. Engel Ich holte sie zum Putzen aus der Box. Leider haben wir auf der (echt engen) Stallgasse immer noch regen Durchgangsverkehr (der Zugang zur Halle ist grad nur hierdurch möglich, alles andere ist noch durch nicht abgebaute Zelte blockiert) und es machte einfach keinen Sinn, Fidi zum Putzen immer wieder an- und abzubinden und umzustellen. So drückte ich dem Mann an meiner Seite den Strick in die Hand (er nahm ihn ohne Murren verwirrt ), ein paar Leckerchen dazu und machte mich an die Pferdehygiene. Nach nur drei Minuten kam schon die erste Dame mit einem gar wilden Hengscht daher und begehrte Durchlass. Und was tut mein Mann? Der, der bei Erwähnung des Wortes "Pferd" normalerweise erblasst? Noch bevor ich "Warte ich komme und nehme sie Dir ab!" aussprechen kann, sagt er zu der Durchlass begehrenden Dame "Kein Problem!" und dampft mit meiner Stute an der Hand raus auf den Hof, wendet sie, kommt zurück und meint: "Soll ich sie Dir so oder so hinstellen?"

geschockt

Selbst als der aus Fidiperspektive furchterregende Trecker mit einem Silageballen auftaucht behält er die Nerven und beruhigt die Stute ehe ich "Piep" sagen kann... "Die ist aber wirklich lieb..." So sein Statement. Er mag sie einfach. Und sie offensichtlich auch ihn.

Springen Großartig, oder?

Wir kommen in die Halle in der ein recht reges Treiben herrscht. Eine junge Dame stritt sich gewaltig mit ihrem großen Braunen, der daraufhin so stieg, dass sie sich zu überschlagen drohten. Fidi guckt staunend bis angespannt, ich angespannt bis panisch und meine zum Mann, der mitkam, um mir gegen zu halten: "Ich hab ein wenig Angst..." Damit war ich auch nicht alleine. Die meisten anderen Reiterinnen blickten ebenfalls mehr als besorgt (um ihrer eigenen und die der Reiterin mehr als bedrohten Sicherheit willen) und ihre Rösser wurden unruhig. Hilft ja nix, denk ich mir, und schwinge mich auf den Pferderücken. Wir schrittschleichen los, der Braune beruhigt sich etwas und Fidi ist vollkommen entspannt. Ich singe mir ein kleines Liedchen vor und plötzlich ist alles wieder da: Ich weiß wieder wie Reiten geht (also, in den Grundzügen Lachen ) und: es macht Spaaaaß!!! Dance
Langes Einfummeln im Schritt, erste Trabtritte... Ich komme wieder rein. Es fühlt sich einfach richtig an. Und mein Hintern sagt: kein Eiern! Auch kein Einknicken. Nicht ein einziges Mal. Ich reite, wie mir geheißen wurde, trabe nur leicht, reite Übergänge, Übergänge, Übergänge und viiieele Bögen (man, war ich bögenmäßig kreativ Lachen ). Und dabei merke ich noch etwas: Fidi biegt sich! Das sollte an sich ja normal sein, aber für "uns" ist das neu! Freude Zwei Mal meint Madame sich gar fürchterlich erschrecken zu müssen und schießt mir unter dem Poppes weg. Aber es macht mir nix aus. großes Grinsen Reiten wir halt nochmal und nochmal und nochmal dran vorbei. Bis alles wieder gut ist. Ich rückbesinne mich an meine Reitneuanfänge von vor knapp viereinhalb Jahren und stelle fest: damals hätte (und habe!) ich in solchen Situationen im Dreck gelegen... Auch diese Erkenntnis freut mich.

Irgendwann wage ich mich dann an ein wenig Galopp: und meine, zu schweben! Dieses Pferd hat einen sooo schönen Galopp! Einfach toll! Kiss Zwei Zirkelrunden auf jeder Hand, dann ist es gut. Fidi schnaubt und grunzt (sie grunzt wirklich, das ist eine der netten Dinge an diesem Pferd!) zufrieden vor sich hin. Am Ende des Reitens kommt dann der glücklichste Moment: ich lasse die Zügel aus der Hand kauen und sie streckt sich wunderbar v/a, Hals rund und tief, der Rücken kommt spürbar hoch und bleibt! Ich pariere in den Schritt und wir enden. Ich bin glücklich! DAS war mal ein schöner Start in das neue Jahr! großes Grinsen
Und am Montag abend habe ich dann meine erste richtige Reitstunde (Einzelstunde - Uff! Lachen ) mit ihr.

Das Video hat mir natürlich wieder Dinge offenbart, die ich lieber nicht gesehen hätte (Soso, so sieht also meine gefühlte tiefe und breite Hand aus? Augenbrauen Was tu ich denn da mit meinen Beinen - die fühlten sich doch "lang" an... geschockt Und: sooooo moppelig bin ich wieder geworden? ). Nun ja, wir haben Zeit, das zu beackern... Das Jahr fängt schließlich grad erst an. Habe ich schließlich auch nur einen Vorsatz: "Geh es alles ruhig an und übe Dich in Gelassenheit..." großes Grinsen

Auf dem Video (ja, ich enthalte es Euch vor, ist es doch kein Machwerk reiterlicher Hochkultur Augenzwinkern ) ist deutlich zu sehen: Fidi tritt bei mir nicht annähernd so mit, wie sie es bei ihrer Besitzerin tut. Auch kommt sie mir noch mehr auf den Kopf, als ich es mir wünschen würde und schiebt nicht wirklich von hinten an (es sei denn, ich trete sie, auch das ist zu sehen). Aber: sie läuft. Und das im Takt! Und das nenne ich mal eine gute Basis!

Als ich sie fertig gemacht hatte wurde ich übrigens auf der Stallgasse von einer anderen Einstallerin angesprochen: sie bot mir an, ab und an ihr Zweitpferd mit zu reiten. Einen neunzehnjährigen, totbraven Schimmel. Sie haben derzeit so viel mit ihrem Jungpferd um die Ohren. Ich habe mich sehr gefreut und schaden wird mir das sicher nicht! Wir werden sehen...

Auf dem Heimweg sagte mein Mann etwas zu mir, was er in Pferdedingen noch nie gesagt hat: "Ich zieh den Hut vor Dir! Das hast Du Dir erarbeitet! Und: ich finde, Fidi und Du, Ihr passt wirklich gut zusammen!" Kiss
Aber mitkommen will er nun erst einmal nicht mehr... Augenbrauen
Ich liebe ihn...

In diesem Sinne: ich wünsche Euch ein wunderschönes, spannendes, gelassenes, gesundes Jahr 2009!

Fidelma

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Freitag, 31. Oktober 2008
Fidelma übt sich in Geduld
Von Birtes Viechblog, 00:43

Hallo Ihr Lieben,

lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Der angefangene Bericht zu meinem Helfereinsatz bei der Hund und Pferd sowie ein neuer Reitstundenbericht sind in der Mache, aber grad ist mir so gar nicht nach "lustig" zu Mute... traurig

Der Grund dafür ist Fidi...

Wir hatten ja seinerzeit entschieden, dass ich sie vorerst nur longiere (remember: muskuläres Rückenproblem mit tierärztlicher und physiotherapeutischer Behandlung und "Alleinberitt" nach Verordnung durch ihre Besitzerin). Seit einiger Zeit geht Fidi aus meiner Perspektive wieder klar. Jede kleine Verbesserung freute mich wie Bolle. Sie hat auch schon ordentlich Muskelmasse zugelegt und ist nicht mehr ansatzweise so kantig wie noch Anfang September. So weit also alles tutti. Eigentlich war angedacht, dass ich so ca. übernächste Woche wieder beginne, sie mitzureiten (worauf ich mich sehr freute!).

Heute war der langersehnte Kontrollbesuch des Physiotherapeuten. Wir waren sehr gespannt auf sein Urteil zu Fidis Entwicklung.

Dieses fiel auch grundsätzlich sehr gut aus, ABER...

Nach seiner Meinung (und da das ein erfahrener und in vielen Ställen gut gelittener Mann ist, kaufe ich ihm das ohne wenn und aber ab) hat sie aber immer noch viel zu wenig Kraft, den Rücken wirklich korrekt aufzuwölben und genug Last mit der Hinterhand aufzunehmen. Genau aufgrund dieser fehlenden Kraft läuft sie auch nicht genug v/a - hinzu kommt, dass das Nackenband einfach noch zu kurz ist. Korrektes v/a ist aber nötig, damit sie ihre Muskeln an den benötigten (und gewünschten) Stellen stärken, bzw. aufbauen kann. Im Grunde, so seine Meinung, sind "wir" auf einem sehr guten Weg. Was das Pferd nun brauche ist weiterhin ein konsequentes Training - möglicherweise auch mit Profiberitt (ist in Arbeit). Und viel Geduld.

In einem halben Jahr (vielleicht auch in einem dreiviertel) hätten wir dann wohl (wieder) ein gut bemuskeltes und gerittenes Pferd.

Grundsätzlich ist dies ja nun alles erst einmal ein Grund zur Freude. Freude
Mehr konnte man in diesen sechs Wochen nicht erwarten.

Dann stellte ich ihm die Frage, die mir doch dringlich auf der Seele brannte: "Meinst Du, es stellt in diesem Trainingsplan ein Problem dar, wenn ich sie wieder mitreite?"

Klare Frage, klare Antwort:

"Wenn sie wirklich DEIN Lehrpferd werden soll, dann solltest Du so lange warten, bis sie in der Lage ist, korrekt v/a zu gehen, bzw. sich darin auch zu halten..."

Fidis Besitzerin und ich waren beide einigermaßen betroffen. Heißt das im Endeffekt doch: in diesem Jahr werde ich dieses Pferd nicht mehr reiten. unglücklich

Natürlich steht mir das Wohl von Fidi an erster Stelle und natürlich bleibe ich bei der Stange und mache nicht die Biege! Aber ein wenig, ein klitzekleines Bisschen traurig bin ich heute abend schon... traurig

So bin ich auf unbestimmte Zeit also weiter eine "Longier- und Tüddelbeteiligung".

Einen Vorteil hat das aber: Ihr werdet dann nämlich wieder Reitstundenberichte von mir bekommen! großes Grinsen Meine ehemalige Reitlehrerin und mittlerweile liebgewonnene Freundin fährt nämlich seit Neuestem selbst zum Unterricht in "meine" Reitschule ins Münsterland. Und da wir uns die Spritkosten teilen können - oder abwechselnd fahren - bietet es sich ja einfach an, dass wir das zusammen machen. Das wird Spaß bringen, anstrengend sein - aber ich werde weiterhin viel lernen, was dann ja auch wieder Fidi zu Gute kommt. Freude

Wie sagte mein Kindheitsreitlehrer immer so schön?

"Und ist die Stimmung noch so trübe - hoch die Rübe!"

In diesem Sinne,

Fidelma

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Samstag, 04. Oktober 2008
Geschäftsidee N° 2
Von Birtes Viechblog, 18:08

oder: Nützliches für den Schönwetterreiter

Hiho zusammen,
da es im Moment wenig in der "Fidelma lernt reiten-Serie" zu vermelden gibt - abgesehen davon, dass (es mit) Fidi immer besser läuft Springen und es derzeit so aussieht, als würde ich schneller wieder auf ihr sitzen, als gedacht - hier mal wieder eine neue Geschäftsidee von meiner Seite (meine letzte hatte ja offensichtlich schon jemand vor mir in die Tat umgesetzt).

Kennt Ihr das? Man läuft so über Pferdemessen und wundert sich, was für einen Kram es nicht alles für teuer Geld und fürs Pferd gibt (ich bestaunte eines Tages eine Art luftgefüllter "Haube" für den Pferdekörper - so ein Ding, das ältliche Damen zum Trocknen ihrer auf Wickler gedrehte Haare nutzen - nur in groß eben – für den ganzen Pferdekörper). So was meine ich also: Dinge, die die Welt nicht braucht, oder vielleicht doch? Nur - wofür?

Am Mittwoch dieser Woche wollte ich das Stutentier longieren. Durch glückliche Umstände hatte ich schon am Vormittag frei und fuhr schnellstmöglich zum Stall. Nur, um dann festzustellen, dass das Tier "schon" auf der Weide weilte. Ich frug nach und hörte, dass sie erst grad rausgekommen sei - und da ihre Weidezeit leider sehr begrenzt ist, wollte ich ihr keine dieser wertvollen Sekunden stehlen, um sie lediglich "im Kreis laufen zu lassen". Zwischen Viertel vor und zwei Uhr holen sie die Pferde wieder herein, teilte mir eine Azubine des Stalls mit. Ich säuberte die Box, machte Futter und Möhren fertig, fuhr zur "Mühle" (nächstgelegener Raiffeisen) um einen neuen Striegel zu kaufen, am "alten" Stall vorbei, ging noch etwas essen, vertrieb mir die Zeit... Auf dem Weg zurück zu Fidi begann es, in Strömen zu regnen. Nicht etwas Nieseln, kein kleiner Schauer, nein, es goss wie aus Kübeln! geschockt

Obwohl es schon an der Zeit war, standen Frau Fidelia und ihre Weidefreundin Destiny noch auf der Wiese. Fidi ist bereits mit einer leichten Regendecke eingedeckt, macht also nix, denk ich. Manchmal ist denken aber auch fatal!

Destiny trug kein Halfter und ich fand auch keines, also watschte ich durch Wind und Nässe wieder zurück gen Stall (und das ist wirklich ein End zu laufen). Wollte ich doch kein Pferd nicht alleine zurücklassen. Beide Stuten brüllten, dass sie wirklich rein wollten. Schließlich kam die Azubine (die das Halfterproblem löste) und wir holten die Zossinnen. Hier begann dann mein Problem: ich war durch und durch nass. Fidi grinste: unter der Decke war sie trocken, ansonsten hatte sich die ansonsten erhabene Prinzessin jedoch mit Schlamm eingesult. Augenbrauen Die gute Bucas pitschte, wenn man sie anfasste.

Ich brachte Fidi also zum Stall (die neben mir auf einmal mindestens drei Meter groß wurde – sie sah die beiden neuen Tinker auf dem Paddock stehen, hielt sie wohl für pferdefressende Kühe – Wind und Regen taten ihr übriges – hätten wir an einer Stutenschau teilgenommen, hätte es für diesen Stechtrab, mit dem Madame mich durch den Matsch zog, sicherlich eine glatte „8,0“ gegeben Augen rollen - nein, nein, sonst ist sie wirklich artig!). Und dann stand ich da: Beine sauber kriegen, kein Problem! Matschhals stört beim Longieren nicht, der wird dabei eher trocken und hinterher gut abbürstbar! Aber wo zum Henker soll ich mit der nassen Regendecke hin? Die kann ich dem Tier doch unmöglich nach dem Longieren wieder auf den Rücken packen? Von innen war sie trocken, aber das ändert sich ja während sie arbeiten muss…? Da zieht die Feuchtigkeit und Kälte ja einmal schön durchs Textil. Die dann auf den eh leicht maladen Stutenrücken? Ne.
Grundsätzlich – so habe ich es gelernt – lässt man Decken am Pferd trocknen. Nur: so viel Zeit hatte ich dann auch wieder nicht mitgebracht!

Was also tun? Kurzfristig überlegte ich, das Pferd samt Decke unters Solarium zu stellen… Doofe Idee, dachte ich dann. Schmilzt das Pferd ja bestimmt.
Holzpferd der Voltis holen, Decke drauf und unters Solarium stellen? Holzpferd der Voltis ist extrem schwer. Zumindest, um es dorthin zu schleppen… Auch ne doofe Idee.

Und da reifte sie, die neue Geschäftsidee: der mobile Pferdedeckentrockner. Gehört in die Rubrik: Praktisches für den Schönwetterreiter! großes Grinsen

So, und nun seid Ihr an der Reihe? Hat jemand diese Idee schon vor mir gehabt, oder wie löst Ihr derlei Probleme?

Vielleicht könnt Ihr es erahnen: Fidi bekam an jenem Tag frei (was sie sehr gut vertrug) - ich hingegen wurde natürlich krank und hüte seither das Bett!

Wünsche Euch ein schönes Restwochenende!

Die Fidelma

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


Donnerstag, 26. Juni 2008
Geschäftsidee
Von Birtes Viechblog, 08:55

oder: Grünberg und seine Folgen

Wie vielleicht der eine oder andere geneigte Leser oder Leserin mitbekommen hat, habe ich - nach Andreas und vor allem Sandalins Intervention (ich darf nämlich Hjerkinn reiten Kiss ) - beschlossen, in Grünberg etwas zu nennen. Logistische wie organisatorische Dinge waren problemlos und schnell geklärt. Alles gar kein Ding. Schwierig wurde es dann gestern als es an die Frage ging: "Was zieh ich denn an?" geschockt

In mein Reitsakko bin ich immer noch nicht hineingeschrumpft und werde das wohl auch in sechs Wochen nicht sein (auch nicht mit Atkins und co). Gut, dann leih ich mir eben eins... Sollte ja nicht so schwierig sein. Denkt man.

Nun habe ich mir auf der EOA ein paar neue Chaps (schöne, mit Dressurbogen, sogar LPO-tauglich!) gekauft - in braun... Und weil das natürlich schöner aussieht gleich am nächsten Tag in meinem kleinen Lieblingsreitsportladen um die Ecke (gehört einer Freundin) ein paar braune Stiefelletten dazu. Die alten schwarzen sind zwar noch vorhanden, aber deutlich... puhh... abgenutzt. Und hier beginnt nun das Problem...

Braun befußt, weiß behost und schwarze Oberbekleidung? Nääää....
Frau ist ja Ästhetin.

Brauche ich ein braunes Sakko, brauche ich auch einen braunen Helm. Oder ich leih ein Sakko (geliehen gibt es die nur in schwarz) und besorge mir ein schwarzes Fuß- und Beinkleid? Was mag wohl billiger sein?

Diese Frage hatte ich bereits mit meiner Reitsportladenfreundin bekrakelt, ohne dass wir auf ein nennenswertes Ergebnis gekommen wären (wie auch immer: sie hätte mir alles eh nur bestellen können, vorrätig hatte sie nix für mich). Also machte ich mich gestern nachmittag auf ins andere Reitsportgeschäft der Stadt, wo ich schon seit ich "Pferd" sagen konnte, Dinge für meinen reiterlichen Bedarf erstand.

Nun habe ich, wie einige es ja schon bemerkt haben werden, ein tendenziell barockes Figürchen. Rubens hätte seine Freude und Wonne an mir gehabt. Auch meine Waden machen jedem Fußballer Konkurrenz. Konfektionsgröße 46. Das ist halt so, man muss es sich nicht schön reden. Ich stehe zu jedem Pfund (auch wenn ich manchem keine Träne nachweinen würde).

Nun trug ich mein Anliegen und meinen inneren Konflikt im Reitsportgeschäft vor. Man riet mir, ohne auf die Stiefelfrage einzugehen, sofort zum Sakko. Ein braunes von Pikeur ward aus der Unmenge selbiger gezückt und mit einem sehr (!) abschätzigen Blick wurde ich gefragt: 46? (sie hat nicht gesagt: "Naja..." aber sie hat es gedacht und ich habe es gesehen!) Ich solle mal anprobieren, wobei mir schon des Teils angesichtig klar war: da passe ich im Leben nicht rein! War dann auch so: zugekriegt habe ich es: aber ich sah aus wie eine Presswurst. Das geht so nicht! Außerdem war es so schrecklich kurz! Ich bekomme einen seeehr missbilligenden Blick und mir wird gesagt, man könne es mir eine Nummer größer bestellen, dann müsste ich jedoch einen Übergrößenzusschlag zahlen. Ich frag, wie hoch der denn sei und mache bei der Antwort. Ich frage nach braunen Reithelmen, aber da hat man nur den von Kavalkade oder sehr ähnlich geschnittene, die ich optisch wunderschön finde, die aber mehr auf meinem Dickkopf tronen, denn sitzen. Damit seh ich aus wie Calimero. Ich frage nach den Leihgebühren für ein Sakko (10 Euro) und fahre von dannen. Ich bin sauer. Ich kann ja gut damit leben, dass ich nicht Normalmaß bin und auch damit, wenn Menschen mir das sagen. Aber es kommt eben auf das berühmte "Wie" an.

Ich fahre in das Geschäft meiner Freundin und beklage mich bitterlich, ob der Art meiner Behandlung bei der Konkurrenz. Sie - Konfektionsgröße 36 - zeigt mir ihre eigene neue Errungenschaft: ein Pikeur-Sakko, Größe 40 - und bei dem bekommt sie die Knöpfe grad mal so zu. Und wehe, irgendwer hier sagt mir jetzt, die Größen bei Cavallo und Pikeur entsprechen deutscher Standardkonfektion. Den hau ich!

Wir überlegen weiter und wälzen Kataloge und der Entschluss fiel, doch noch einmal eben nach Loesdau zu fahren. Dass das auch dort mit nem Sakko nix wird, war mir klar, aber ich dachte, ich versuche es mal mit Stiefelschäften und Stiefelletten.

Bei Loesdau ist man extrem nett und bemüht. Respekt Nur: auch an meiner Wade will nichts passen. Entweder die Weite stimmt, aber dann ist alles so lang, dass ich die Knie nicht mehr beugen kann oder aber an meiner Fessel so weit, dass es aussieht, als trage ich Pumphosen, statt Stiefelschächten oder Chaps. Das einzige was passt, ist der extrem teure Cavallo-Lederstiefel. Wenn ich den kaufe, können mein Mann und ich aber nicht mehr in Urlaub fahren. Da setze ich dann doch lieber Prioritäten.

Auf dem Heimweg frage ich mich, ob ich nun gefrustet, traurig, ab sofort hungernd oder kreativ sein soll...

Ich entscheide mich für Letzteres. Die Idee ist geboren: Man sollte ein Geschäft (mit Internetshop, klar!) für die mollige Freizeitreiterin eröffnen!
Ich habe ja einen schönen Beruf, aber wenn sich wer berufen fühlt, ich stehe gern als Modell zur Verfügung! Augenbrauen

Im Übrigen bringe ich meine alten Stiefelletten heute zum Schuster, lasse da mal neue Absätze drunter machen und sie wieder ordentlich schwarz einfärben, wiener die alten festen Chaps (nicht LPO-tauglich, aber das macht ja nix, weil ich ja nur nach WBO starte) auf Hochglanz und leih mir ein Sakko bei meiner Freundin. Fertig ist die Wurst. Ende.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und reiche allen Leidensgenossinnen einen Schokoriegel. großes Grinsen

Winken

Die Fidelma

[Kommentare (0) | Kommentar erstellen | Permalink]


« Vorhergende Seite | Nächste Seite »

Kostenloses Blog bei Beeplog.de

Die auf Weblogs sichtbaren Daten und Inhalte stammen von
Privatpersonen. Beepworld ist hierfür nicht verantwortlich.

Kalender
« Juni, 2026 »
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     

Kategorien

letzte Kommentare

Blogbarschaft

Mensch hinterm Blog

RSS Feed